elkage.de
Suchbegriff eingeben:

Putzmörtel

Nahezu alle Mauerwerkswände erhalten zur Glättung der Wandoberfläche einen Putz, somit sind Putze ein wichtiger Bestandteil von Mauerwerkswänden. In vielerlei Hinsicht wird aus dem Mauerwerk erst mit dem Putzauftrag eine funktionsfähige Wand. Putze dichten das Mauerwerk und damit den Innenraum gegen Umwelteinflüsse ab. Sie geben dem Mauerwerk eine ebene Oberfläche und bestimmen sein Erscheinungsbild.Als Putzmörtel wird das Gemisch aus Bindemittel, Zuschlag und Wasser bezeichnet. Der auf dem Putzgrund erhärtete Mörtel wird als Putz bezeichnet.Putzmörtel werden heute in der Regel als Werk-Trockenmörtel hergestellt, maschinell gemischt, gefördert und verarbeitet. Die Werk-Trockenmörteltechnologie erlaubt die gezielte Zusammensetzung der Putzmörtel auf besondere Bedingungen des Putzgrundes oder der Verarbeitung. Die Putzmörtel werden als Sack- oder Siloware auf die Baustelle geliefert. Zur Aufstellung der Baustellensilos sind die Hinweise der Mörtelhersteller zu beachten.Nach den Rezepten von DIN 18550-2:1985-01 zusammengesetzte Putze, so genannte Baustellenputze, werden praktisch nicht mehr hergestellt, da die dadurch erreichbaren Qualitäten im rauen Baustellenbetrieb nicht zuverlässig genug wiederholt werden können. Außerdem ist es zu teuer, Baustellenputz herzustellen, da der Anteil der Handarbeit zu hoch ist.Die Anforderungen an Putzmörtel und Hinweise zur Ausführung von Putzarbeiten sind in DIN 18550, Teile 1 bis 4 enthalten. Zur Anwendung von Dünnlagenputzen ist das Merkblatt des Stuckgewerbeverbandes [8/4] zu beachten. Darüber hinaus geben die Mörtelhersteller spezielle Verarbeitungshinweise für ihre Produkte.Die DIN 18550 unterscheidet die Putzarten nach ihren Eigenschaften. Neben den Putzen, die allgemeinen Anforderungen genügen, definiert sie Putze mit besonderen Eigenschaften und Putze für Sonderzwecke.Innenputze werden meist einlagig, Außenputze meist zweilagig aufgebracht. Der zweilagige Außenputz besteht aus einem Grund- oder Unterputz und einem Oberputz. Für den Oberputz werden meist Edelputze verwendet.Grundsätzlich gilt, dass die Putze gut am Untergrund, dem so genannten Putzgrund, haften müssen. Die Putzfestigkeit ist auf den Putzgrund abzustimmen. Die Putze sollen durchlässig gegenüber Wasserdampf sein, damit sich unter der Putzschicht keine Feuchteanreicherungen infolge der üblichen Dampfdruckunterschiede bilden. Bei Außenputzen darf die diffusionsäquivalente Luftschichtdicke sd in keiner Lage den Wert 2,0 m überschreiten.Putze mit besonderen Eigenschaften sind:• Wasser hemmende Putze.Als Wasser hemmend werden alle Putze eingestuft, die kapillare Wasseraufnahme des Putzgrundes merklich reduzieren. Das triff grundsätzlich auf alle Putze zu; Putze der Putzmörtelgruppe I müssen geeignete Zusatzmittel enthalten.• Wasser abweisende Putze:Wasser abweisende Putze müssen folgende Eigenschaften aufweisen:1. w * sd <= 0,2 kg/(m•h^0,5)2. w <= 0,5 kg/(m²•h^0,5)3. sd-Wert <= 2,0 mMit diesen Anforderungen wird sichergestellt, dass eingedrungenes Wasser durch Diffusion wieder entweichen kann. Die Anforderung gilt für Putzsysteme; bei zweilagigem Außenputz also für das System aus Unter- und Oberputz.Die Angaben der Putznorm DIN 18550-1:1985-01 zu Kelleraußenwandputzen und Sockelputzen sind zum Teil überholt, da sich die empfohlenen Putze mit hoher Druckfestigkeit als rissanfällig erwiesen haben. Die Forderung nach hoher Festigkeit stand stellvertretend für die geringere Wasseraufnahme und höhere Frostbeständigkeit dieser Putze. Heute werden Putze mit geringerer Festigkeit, so genannte Leichtputze nach DIN 18550-4:1993-08, oder vergleichbare Putze mit geringem Elastizitätsmodul bevorzugt. Im Sockelbereich wird die Wasser abweisende Wirkung dieser Putze in der Regel mit Zusatzmitteln verbessert.Putze für Sonderzwecke sind:• BrandschutzputzDurch die üblichen Gips- und Kalkzementputze wird die Feuerwiderstandsdauer von Mauerwerkswänden bereits teils deutlich verbessert, da damit eventuelle Fugen oder Vertiefungen wirkungsvoll verschlossen und verfüllt werden und auch die Mauersteine zumindest einige Zeit vor den direkten Brandeinwirkungen geschützt werden. Solche Putze können auch auf andere Bauteile wie z. B. Fachwerkwände aufgetragen werden. Eine weitere Verbesserung der Brandschutzwirkung wird durch den Einsatz von speziellen Brandschutzputzen erreicht. Dieser Brandschutzputz enthält Vermiculite (Blähglimmer) als Zuschlag und wird auf Stahlbetonkonstruktionen oder auch Stahlkonstruktionen aufgetragen. • AkustikputzWände oder Decken, die angrenzende Räume vor den Auswirkungen von Lärm abschirmen sollen, müssen in der Regel ausreichend schwer sein. In einigen Fällen können auch spezielle Akustikputze aufgetragen werden. Solche Putze werden so eingestellt, dass sie im Endzustand vergleichsweise viele Hohlräume aufweisen, wodurch die auftreffende Schallenergie absorbiert wird. Die Schallreflexion wird durch einen Akustikputz reduziert, ebenso der Schallpegel. Ein wesentlicher Effekt ist zudem die Verkürzung der Nachhallzeit.•WärmedämmputzWärmedämmputze enthalten leichte, wärmedämmende Zuschläge, wie z.B. Polystyrol, und werden mit Wärmeleitfähigkeiten zwischen 0,06 und 0,16 W/(m*K) in Dicken von 20 bis 100 mm hergestellt. Wärmedämmputze mit Polystyrol als Zuschlag sind in DIN 18550-3:1991-03 genormt.• SanierputzEin Sanierputz zeichnet sich vor allem durch einen hohen Gehalt an Luftporen (> 25-Volumen-%) aus. Solche Putze werden in erster Linie auf feuchten und salzbelasteten Mauerwerkswänden aufgetragen. Die Luftporen, die durch spezielle Zusätze erzeugt werden, sind so groß, dass sie keine Kapillarwirkung mehr aufweisen, zudem wird durch die relativ große Porenstruktur eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit sichergestellt. Die Salzkristalle haben zudem die Möglichkeit, sich in den Luftporen des Putzes einzulagern und zerstörungsfrei auszukristallisieren. Die hohe Diffusionsfähigkeit des Sanierputzes ermöglicht das natürliche Austrocknen des sanierten Mauerwerks. Durch die wasserabweisende Eigenschaft eines fachgerecht hergestellten Sanierputzes ist eine hygroskopische Wasseraufnahme ausgeschlossen, die Oberflächen bleiben trocken.• StrahlenschutzputzStrahlenschutzputz enthält Baryt als Zuschlagkomponente und erhöht die Strahlungsabschirmung von Kalksandsteinmauerwerk. Ein solcher Strahlenschutzputz bleibt aber wohl wenigen Ausnahmefällen vorbehalten.• MagnetputzMagnetputze bestehen aus acrylharz-gebundenen Metallsanden und werden als Unter- oder Dekorputz in Büroräumen eingesetzt. Dieser spezielle Putz ist aber nur sehr selten anzutreffen.Putze werden nach ihren Anwendungsbereichen in Innen- und Außenputze unterschieden. Innenputze werden in der Regel aus Gipsmörtel hergestellt. Bei hoher Maßgenauigkeit des Putzgrundes können dünnere Putzlagen als nach DIN 18550 vorgeschrieben, so genannte Dünnlagen- oder Spachtelputze, aufgetragen werden.Im Innenbereich von Bauwerken können grundsätzlich alle Putze nach DIN 18550 verwendet werden. Die Norm unterscheidet die Putze nach den Bindemitteln Kalk, Zement, Gips bzw. Anhydrit und Kunstharz.siehe auch:- Edelputz- Faser-Leichtputz- Kratzputz- Mauerwerk- Mörtel- Putze- Putzsanierung- Putzträger- sd-Wert- Spritzbeton- Waschputz