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Küche

Neben dem Badezimmer gehört die »Küche« heute zu den wichtigsten Räumen in einer Wohnung oder in einem Haus. Die Küche ist einer der zentralen Räume einer jeden Wohnung. Fehlt diese, ist eine Wohnung als solche nach hiesigen und heutigen Maßstäben nicht nutzbar. Zur Ausstattung einer Küche zählen in erster Linie ein Herd, ein Backofen, ein Kühlschrank und einige Geschirrschränke. In der modernen Küche dürfen allerdings die Spülmaschine und der Mikrowellenherd nicht fehlen, erhöhen diese Geräte doch den Komfort ganz deutlich. Der Herd, meist mit Strom oder Gas betrieben, erzeugt bei Benutzung Kochabgase, die oftmals über eine elektrisch betriebene Dunstabzugshaube über ein entsprechendes Rohrssystem nach außen abgeführt werden.

Selbst in Büros oder Geschäftsräumen sind zumindest kleinere Küchen vorhanden, wobei diese dann oftmals als »Teeküche« bezeichnet werden, weil sie gegenüber einer Küche in einer normalen Wohnung eine kleinere Grundfläche aufweisen und oftmals auch nur einen kleineren Kühlschrank, eine Kaffeemaschine und vielleicht einen Mikrowellenherd sowie einen Geschirrschrank beinhalten. Die Geschirrspülmaschine zählt aber auch hier inzwischen zum verbreiteten Ausstattungstandard.

Die Küche in der heute bekannten und üblichen Form hat eine sehr lange geschichtliche Entwicklung durchlebt, hat sie doch ihren Ursprung in der offenen Feuerstelle des frühen Menschen der Steinzeit, der sich den heutigen Komfort einer modernen Küche noch nicht einmal auch nur ansatzweise vorstellen konnte. Spätere Errungenschaften führten zum abgeschlossenen Herdraum, der, abgetrennt von den Stallungen für das Hausvieh, dem Wohnraum und auch den Schlafräumen der Bewohner, über einen eigenen Rauchabzug verfügte, durch den der Rauch des offenen Feuers direkt nach oben abziehen konnte. Diese Rauchöffnung wurde als »Rauchloch« bzw. regional auch als »Eulenloch« bezeichnet. Bei weniger komfortablen Küchenräumen musste der Herdrauch sich den Weg ins Freie über die Undichtigkeiten in der Dacheindeckung suchen, was sich auch in gesundheitlicher Hinsicht nachteilig auswirkte.

Erst im Mittelalter kamen dann in sich abgeschlossene Küchenräume auf, zunächst allerdings nur bei einzelnen Bauernhaustypen und in einigen städtisch geprägten Bürgerhäusern. Die Menschen dieser Zeit hatten bereits erkannt, dass es besser sei, den Rauch gezielter abzuführen, daher errichteten sie so genannte »Rauchglocken« bzw. »Rauchmäntel« oder »Rauchfänge«, in denen der Rauch des nach wie vor offen brennenden Herdfeuers wie in einer Käseglocke gesammelt und durch einen schornsteinähnlichen Abzug über die Dachebene nach oben abgeführt wurde.

Diese Form des offenen Herdes mit Rauchfang blieb in einigen Regionen noch weit über das Mittelalter hinaus verbreitet. Besonders im mitteldeutschen Wohnstallhaus und bei einfachsten Häusern, die beispielsweise von Tagelöhnern bewohnt wurden, waren solche Einfachstküchen noch bis weit in das 19. Jahrhundert, in abgelegeneren Gegenden (z. B. im Schwarzwald) sogar noch bis ins 20. Jahrhundert hinein, verbreitet und bildeten den Mittelpunkt des Hauses. Diese Herdräume waren fensterlos und entsprechend dunkel. Der durch das Gebälk und die Dacheindeckung abziehende Rauch wurde einerseits zum Räuchern von Fleisch und Wurst genutzt, zum anderen verrußten dadurch auch alle Oberflächen, weshalb eine solche Küche auch als »Schwarze Küche« bezeichnet wird.

Um den Komfort der mittelalterlichen Küche zu verbessern, wurde später ein spezieller Gussstein eingebaut, der es erlaubte, das in der Küche anfallende Abwasser direkt nach außen abzuleiten, wenn auch das Abwasser dann im wahrsten Sinne des Wortes in der Gosse landete. Weitere Ausstattungsmerkmale waren zumindest in wohlhabenderen Haushalten das aus Kupfer hergestellte Küchen- und Kochgeschirr. Dreifüße und Hängeketten (um daran den Kopftopf über dem offenen Herdfeuer aufzuhängen und hinsichtlich Höhe und damit Temperatur zu regeln) und Feuerzangen waren ebenfalls unverzichtbarer Bestandteil einer besser ausgestatteten Küche jener Zeit. Wer es sich leisten konnte, verlegte die Küche in einen separaten Gebäudetrakt oder gar in ein abgesondertes Gebäude. Das Dach wurde dann meist pyramidenförmig ausgebildet, der Küchenraum wies einen trichterförmigen Rauchfang auf. Solche abgesonderten Küchen waren vorzugsweise Schlössern, Klöstern, Burgen und größeren Gasthäusern vorbehalten. Abgesonderte Küchenbauten wurden bei vielen Schlössern, die im 17. und 18. Jahrhundert entstanden, zum Standard jener Zeit. Ein Beispiele hierfür findet sich beim Marmorpalais in Potsdam, wo der Küchenbau in Form einer halb versunkenen Tempelruine ausgeführt wurde.

Auch im ausgehenden Mittelalter sowie den nachfolgenden Jahrhunderten gab es bereits wohlhabendere Schichten. Diese leisteten sich oftmals großräumige und gut ausgestattete Küchenräume in ihren städtischen, gutbürgerlichen Wohnhäusern. Diese konnten somit den vielfältigen Anforderungen, die durch einen großen Haushalt bedingt waren, wesentlich besser entsprechen. Ein schönes Beispiel für eine solche gutbürgerliche Küche findet sich im Goethehaus, welches noch heute in Frankfurt am Main besichtigt werden kann. Solche Küchen waren nach dem Standard ihrer Zeit nicht nur überdurchschnittlich gut ausgestattet, sie dienten vielfach auch als Vorlage für künstlerische Darstellungen auf Bildern und Gemälden. Den Puppenküchen, mit denen die Kinder dieser Schichten spielten, waren sie ebenfalls Vorbild. Im 19. Jahrhundert kamen noch separate Räume zur Küche hinzu. Die Spülküche und auch die Anrichte wurden von der Kochküche abgesondert und unmittelbar in eigene Räume ausgegliedert, wobei ein solcher Luxus in der Regel nur dem wohlhabenderen Bürgertum sowie dem Adel in deren Villen und Landhäusern vorbehalten war. Die Küche, in der meist nur Bedienstete ihrer Arbeit nachgingen, wurde zudem oftmals in den Keller verlegt. Um die zubereiteten Speisen in den Essraum im Erdgeschoss zu transportieren, wurden Speiseaufzüge installiert, die durch Bedienstete mechanisch betrieben wurden.

Bei den weniger wohlhabenderen Bevölkerungsschichten, und das war wohl der weit überwiegende Teil der Bevölkerung des 19. Jahrhunderts, war die Küche der Mittelpunkt des täglichen Lebens. Die Küche war zugleich Wohn- als auch Essraum. Der Tisch, an dem die Familie ihre Mahlzeiten zu sich nahm, stand in der Nähe des Ofens und war somit neben dem Ofen quasi der Lebensmittelpunkt der üblichen Großfamilie.

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen technische Neuerungen auf den Markt, die den Komfort der Küche nach und nach deutlich erhöhten. Der Kühlschrank wurde erfunden, die Elektrifizierung führte zu verbesserten Haushaltsgeräten. In den USA wurden diese Neuerungen meist früher in den Haushalt übernommen als im alten Europa. Einhergehend mit den neuen Geräten wurden auch die Grundrisse der Küchen verändert, Arbeitsabläufe fanden dabei Berücksichtigung. Die gerade in den USA bereits berufstätige Frau wurde durch die neuen Küchengeräte entlastet, die Arbeitsabläufe wurden rationalisiert. Eine Folge dieser technischen Neuerungen war in Deutschland die Einführung der so genannten »Reformküche«, die sich durch die zweckmäßige Form und Größe von Küchenmöbeln und Anbauschränken auszeichnete. Zweckmäßigkeit hat aber noch nicht immer etwas mit Schönheit zu tun, aber immerhin.

In den 1920er Jahren griff dann der Massenwohnungsbau um sich, die Küchen wurden vergleichsweise klein ausgeführt, dafür aber bereits mehr oder weniger vollständig mit den damals verfügbaren Geräten und den als zweckmäßig erachteten Küchenmöbeln ausgestattet. Im Bauhaus von 1923 fand die Arbeitsküche Einzug. Nur drei Jahre später, nämlich 1926, entstanden in Frankfurt Küchen mit einem Grundriss von lediglich 5 bis 6 m² Grundfläche, die jedoch voll ausgestattet waren. Um die Funktionalität sicherzustellen, erhielt die Küche eine Durchreiche zum benachbarten Wohnraum. Die kleine Kochnische wurde ebenfalls erfunden, sie wies nur noch eine Grundfläche von etwa 1,5 m² auf. Um diese nutzen zu können, musste der Esstisch im zugehörigen Wohnraum untergebracht werden, aber auch das Geschirr musste zumindest teilweise in im Wohnzimmer aufgebauten Schränken ausgelagert werden. Durch die damit verbundene Rationalisierung hat sich die Küche früherer Prägung deutlich verändert, stellt sie doch im modernen Haushalt nicht mehr zwangsläufig den Mittelpunkt des Familienlebens dar, sondern einen Ort, an dem die Mahlzeiten und Speisen möglichst rationell und schnell zubereitet werden, um diese dann im Wohn- oder Esszimmer zu sich zu nehmen.

Im modernen Wohnungsbau hat die Küche eine Weiterentwicklung erfahren, indem die allermeisten Geräte mit Strom bzw. Gas betrieben werden. Das Geschirr wird mit vollautomatischen Geschirrspülmaschinen gereinigt, der moderne Backofen reinigt sich von selbst. Die Herdplatten bestehen aus Ceran-Kochfeldern, die sich sehr leicht reinigen lassen. Induktionsherde erhöhen den Kochkomfort nochmals, da sie einerseits weniger Strom benötigen und andererseits nur den Inhalt des Kochtopfs erwärmen, die Herdoberfläche bleibt dennoch kalt und ist überaus leicht sauber zu halten. Das Wasser kommt aus dem direkt an der Handspüle verfügbaren Wasserhahn, wobei das fließende Wasser auf Wunsch elektronisch gesteuert mit der gewünschten Temperatur entnommen werden kann. Der Kühlschrank wird zunehmend vernetzt und erkennt eines nicht allzu fernen Tages selbstständig, welche Lebensmittel fehlen und bestellt diese dann über das Internet nach. Nur das Liefern und Einräumen der Lebensmittel muss (vorerst noch) durch einen Menschen erfolgen. Der Mikrowellenherd wird dazu genutzt, bereits vorgekochte und vollständige Mahlzeiten, die aus dem Supermarkt stammen, aufzuwärmen, das aufwändige Kochen wird deutlich reduziert. Der Kaffeeautomat produziert auf Knopfdruck die gewünschte Kaffeesorte. Allerdings müssen alle diese Geräte regelmäßig gereinigt werden, was zumindest momentan noch nicht vollautomatisch geschieht.

Der Trend geht heute zum Singelhaushalt, das Kochen gerät gerade bei den Jüngeren zunehmend in den Hintergrund. Damit verliert auch die Küche als zentraler Mittelpunkt der Familie und der Wohnung an Bedeutung. Die Küchenausstattung wird zunehmend aus vorkonfektionierten Ein- und Anbaukomponenten zusammengestellt, die zugleich sowohl zweckmäßig als auch komfortabel sein müssen. In der Gastronomie, die teils eine große Anzahl von Gästen gleichzeitig versorgen kann oder muss, hält die industriell geprägte Großküche Einzug. Solche Großküchen, die mit komfortabler Technik ausgestattet sind, finden sich in Werkskantinen, Krankenhäusern, größeren Hotels und Gasthäusern, auf schwimmenden Luxusdampfern, aber auch in Schulen und Hochschulen usw. Dort werden diese Großküchen wegen der damit verbundenen Logistik (An- und Ablieferung von Lebensmitteln bzw. Küchenabfällen mittels großer Lkw) sowie der Lärm- und Geruchsentwicklung zumeist in separaten Gebäudeteilen untergebracht. Die Filteranlagen nehmen dabei große Räume in Anspruch, die Kühlräume sind in besonderen Räumen untergebracht, wobei auch noch eine räumliche Trennung nach unterschiedlichen Lebensmitteln vorgenommen wird.

Mit welchen Problemen der moderne Mensch auch noch zu kämpfen hat, zeigt der folgende reale Fall: In vielen Küchen werden Küchenmöbel nicht durch den Wohnungseigentümer bzw. den Mieter eingebaut, sondern von einem Küchenfachbetrieb oder einem Küchenstudio bzw. einem von diesem beauftragten Subunternehmer. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, dass insbesondere die Hängeschränke so montiert werden, dass sie später nicht von der Wand herabstürzen, wenn sie zusätzlich auch noch das Geschirr aufgenommen haben.

In einem konkreten Fall hat eine Familie ein spezialisiertes Küchenstudio mit der Lieferung und Montage einer nicht gerade preiswerten Küche beauftragt. Die Schränke kamen in diesem Falle nicht von der Stange, vielmehr handelte es sich um eigens für das Objekt angefertigte Maßschränke. Vereinbart wurde nicht nur die Lieferung der teuren Einbauküche, sondern ausdrücklich auch die Montage. Diese Montage übernahm allerdings ein vom Küchenstudio beauftragter Subunternehmer. So weit, so gut. Aber nach gut zweieinhalb Jahren gab es ungewöhnliche und laute Geräusche aus der Küche. Die Familie musste im Mai 1999 miterleben, wie die Hängeschränke von der Wand herabstürzten und dabei große und somit teure Schäden anrichteten. Nicht nur das seinerzeit noch sehr teure Ceran-Kochfeld wurde beschädigt, sondern auch der weitaus größte Teil des Geschirrs und natürlich die Möbel selbst trugen nicht unerhebliche Blessuren davon. Und zusätzlich kam es durch den unfreiwilligen Abflug der Möbel auch noch zu weiteren Beschädigungen am Fliesenboden der Küche. Der Schaden belief sich nach den ersten Darstellungen der Familie auf etwa 7.800 Euro. Das Küchenstudio, das für die Lieferung und den Einbau der Küche verantwortlich war, meinte, dass es für den Schaden nicht in Regress genommen werden könne, da zum einen Verjährung eingetreten sei und zum anderen die Montage ja nicht durch das Studio selbst, sondern eigens von einem Subunternehmer durchgeführt worden sei, welches im Rahmen des Vertragsabschlusses nur vermittelt worden sei.

Da die Positionen unvereinbar waren, traf man sich schließlich vor Gericht wieder. Das zuerst tätige Landgericht meinte, dass die Klage der Familie abzuweisen sei, da nicht eindeutig festgestellt werden könne, dass das Küchenstudio tatsächlich auch beauftragt gewesen sei, die Küche zu montieren. Das Oberlandesgericht Düsseldorf musste sich daher in zweiter Instanz mit diesem Fall befassen. Der vom Gericht beauftragte Sachverständige stellte zweifelsfrei fest, dass die Montage nicht fachgerecht durchgeführt worden ist und es in Folge davon zwangsläufig zum Herabstürzen der Hängeschränke kommen musste. Das Oberlandesgericht entschied anders als das Landgericht nun folgerichtig, dass das Küchenstudio als Vertragspartner der Familie für die mangelhafte Montage die Verantwortung zu tragen habe (OLG Düsseldorf, Urteil vom 14.09.2001, Aktenzeichen: 22 U 52/01). Das Küchenstudio könne sich auch nicht darauf berufen, dass die Montage durch einen Subunternehmer erfolgt sei. Dieser Subunternehmer wurde ja ausdrücklich durch das Küchenstudio selbst beauftragt und gerade nicht durch die Familie. Somit müsse sich das Küchenstudio die mangelhafte Leistung des Subunternehmers auch selbst zurechnen. Nicht nur für den Schaden an den Küchenmöbeln musste das Küchenstudio daher aufkommen, sondern auch für alle durch das Herabstürzen verursachten Folgeschäden hatte es einzustehen, d. h. auch die Kosten für das neue Geschirr, ein neues Ceran-Kochfeld und die Beseitigung der Schäden am Küchenboden musste das Studio übernehmen.

Die beiden Leitsätze des Urteils lauten wie folgt:
„1. Sagt der Verkäufer dem Käufer von Teilen einer Einbauküche deren Montage durch ein Montageserviceunternehmen zu, so übernimmt er die Montage durch einen Subunternehmer als Nebenleistung; will der Verkäufer dem Käufer das Montageunternehmen lediglich vermitteln, muss er dies klar zum Ausdruck bringen.
2. Schadenersatzansprüche wegen mangelhaften Einbaus einer Einbauküche des Mieters in einer Mietwohnung am Niederrhein verjähren in sechs Monaten.“

siehe auch:
- Abstellraum
- Armatur
- Burg
- Hamam
- Kemenate
- Nebenanlage
- Streitwert
- Toilettenkunde
- WC-Keramik