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Sockel

Der »Sockel« (lat. »soculus«, »soccus« = »kleiner, niedriger Schutz«) ist als Begriff seit dem 18. Jahrhundert bekannt. Dabei handelt es sich um den unteren, meist besonders abgesetzten Teil eines Bauwerks oder Bauteils. Auch frei stehende, antike Säulen oder Statuen (frei stehende Plastiken) verfügen in der Regel über einen Sockel, dort wird dieser allerdings als Postament oder auch Piedestal bezeichnet.

In seinen aus der griechisch-römischen Antike herrührenden traditionellen Formen hat der Sockel meist einen viereckigen Querschnitt und ist gegliedert in Fußgesims, Schaft oder Würfel und Kranzgesims (Postamentgesims). Oft steht er auf einem abgestuften Unterbau. Der Sockel einer Plastik entspricht meist in seiner Formgebung der im jeweiligen Zeitstil üblichen Ausbildung des architektonischen Sockels der Bauten, ist jedoch vielfach reicher gegliedert oder ornamentiert, die Schaftflächen tragen häufig Reliefs oder Inschriften. Seit dem Barock ist der Sockel von Statuen oft von untergeordneten Rundplastiken umgeben.

Praktisch dient der Sockel seit frühester Zeit als Schutz gegen die aufsteigende Bodenfeuchtigkeit und gegen das aufschlagende Spritzwasser des Regens, hier insbesondere bei nicht dauerhaft witterungsbeständigen Baustoffen wie Holz oder Lehm. Der Sockel bestand bzw. besteht daher aus beständigem und möglichst dichtem Material, z.B. Steinsockel bei Holzbauweisen und Orthostaten (hochkant stehende Steinquader oder starke Platten) vor Adobenmauerwerk. Der Sockel ist das ästhetische Bindeglied zwischen dem Bauwerk und dem umgebenden Boden und bildet mit der aufstehenden Wand und dem Hauptgesims bzw. dem Dach als oberem Abschluss ein elementares Gliederungsmittel der Architektur. Dies gilt sinngemäß natürlich auch bei der Wandgestaltung in Innenräumen.

Der Übergang vom Boden zum Bauwerk wurde auf vielfältige Weise als visuelles Erlebnis gestaltet. In der historischen Bautradition ist der Sockel in der Regel von gröberer Struktur als der eigentliche Baukörper, oft werden seine Lagerfugen betont, er springt meist geringfügig vor. Ist dieser Vorsprung größer, wird der Sockel durch ein Sockelgesims abgedeckt, im Gegensatz zum Postament ist der Sockel jedoch meist wenig profiliert. Verschiedentlich erhielt er eine schräg durch kleine Rücksprünge oder in Stufen anlaufende Form. Bei Monumentalbauten wurde er oft zu einem Unterbau erweitert.

Im Hausbau liegt die Oberkante des Sockels in der Höhe des Erdgeschossfußbodens, er konnte jedoch auch das ganze Untergeschoss als rustikal gemauertes Sockelgeschoss einbeziehen wie bei der klassischen „französischen Ordnung“ des 17. und 18. Jh., wo die Haupträume im 1. Obergeschoss lagen, ähnlich bei Bank- und Bürogebäuden des 19. und 20. Jh., umgekehrt bei den zahllosen Wohnhäusern mit Läden seit dem 18. Jh. Am Rathaus in Augsburg und bei amerikanischen Hochhäusern des 19. Jh. wurde der Sockel aus Gründen der Proportionen über mehrere Geschosse hinweggezogen.

Seinem praktischen Zweck entsprechend war der Sockel schmucklos, er wurde jedoch vereinzelt mit Reliefs oder farbiger Keramik geschmückt. An zahlreichen Stadtpalais der italienischen Renaissance erhielt er die Form einer durchlaufenden Sitzbank. In der modernen Architektur hat der Sockel oft die ästhetische Funktion, den Baukörper vom Boden abzuheben, er springt hinter die Fassade zurück, wird dunkel gestrichen wie schon am Bauhaus in Dessau oder verschwindet bei Gebäuden auf Stützen vollständig.

siehe auch:
- Adobe
- Mauerwerk
- Mauerverband
- Natursteinmauerwerk
- Orthostaten
- Piedestal
- Postament
- Schlagregenschutz
- Spritzwasserschutz
- Trockenmauerwerk
- Ziegel