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Dachform

Das architektonische Erscheinungsbild eines Gebäudes wird ganz wesentlich von der »Dachform« geprägt. Ursprünglich ergab sich diese ausschließlich aus Eigenschaften der in erreichbarer Umgebung des Bauwerks vorhandenen Materialien und nutzbaren Baustoffe. Verfügbarkeit, Dauerhaftigkeit und Bearbeitbarkeit des Materials waren die Auswahlkriterien. Die ausschließliche Anwendung eines Materials und die daraus resultierenden gleichen Dacharten prägten die Bebauung eines landschaftlich einheitlichen Gebietes mit einer für diese Region typischen Architektur. Es gab typische »Dachlandschaften«, welche die aus der landwirtschaftlichen Nutzung entstandenen »Hauslandschaften« überlagerten.

In Gegenden mit Stroh- oder Schilfvorkommen erforderte die Anwendung dieses Materials steile Dachneigungen, um einen schnellen Wasserabfluss auf dem ansonsten nicht wasserdichten Material zu gewährleisten (z. B. Niederbayern, Oberpfalz, Norddeutschland). Wo ausreichend Holz zur Verfügung stand (beispielsweise im Schwarzwald, in den Alpenregionen und im bayerischen Wald), verwendete man Holzschindeln, die ursprünglich wegen der nur in Hammerschmieden herstellbaren und somit teuren Nägel lose verlegt werden mussten und deshalb nur eine flache Dachneigung zuließen.

In Landschaften, wo die Natur dünne Steinplatten (insbesondere Schiefer wie im Sieger- und Sauerland sowie im Bergischen Land) zur Verfügung stellte, ergaben sich bei loser Verlegung dieser Materialien wiederum flache Dächer, die wegen des hohen Gewichtes der Steine in der Regel ohne Vorsprünge an Ortgang und Traufe hergestellt wurden. Ein solcher Dachvorsprung, der insbesondere bei Holzbauten das organische Material vor Verwitterung schützt, war bei Steindächern nicht erforderlich, da die Wände ebenfalls aus Bruchsteinen errichtet wurden.

Diese sich ausschließlich aus Materialeigenschaften ergebenden Dachformen werden aus Traditionsbewusstsein oftmals bis heute beibehalten, obwohl die heute überall zur Verfügung stehenden Dachsteine, Dachziegel und Dachbeläge wie z. B. Titanzink- oder Kupferbleche praktisch jede Dachform ermöglichen. Die Auswahlkriterien geeigneter Materialien ergeben sich aus der Bewertung der an das Dach gestellten Anforderungen.

Anforderungen an Dachbeläge ergeben sich aus den klimatischen Bedingungen:
• Temperaturbeständigkeit,
Wasserundurchlässigkeit,
Wasserdichtigkeit,
• Chemische Beständigkeit,
• Biologische Beständigkeit.

Weitere Anforderungen ergeben sich aus der Nutzung:
Feuerbeständigkeit,
Wasserdichtigkeit,
• Winddichtigkeit,
• Sturmsicherheit.

Zusätzlich sind Anforderungen aus der Verarbeitung zu berücksichtigen:
• Gekrümmte Flächen,
• Gerade geneigte Flächen,
• Gerade horizontale Flächen.

Des Weiteren sind, wie bei allen anderen Baustoffen auch, der Herstellungs- und Beseitigungsaufwand und die damit verbundene Umweltbelastung zu berücksichtigen. Das Thema »Nachhaltigkeit« und Energieeinsparung gewinnt auch bei der Dachfomr eine zunehmend große Bedeutung, da nicht jede Dachform beispielsweise zur Installtaion von Photovoltaikanlagen geeignet ist.

siehe auch:
- Biberschwanz
- Dachstuhl
- Einhängiges Dach
- Mandala-Dach
- Mansarddach
- Pultdach
- Reetdach
- Satteldach
- Sheddach
- Walmdach
- Zeltdach