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Taupunkt

Die Luft sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Gebäudes enthält immer ein gewisses Maß an Feuchtigkeit in Form von nicht sichtbarem Wasserdampf. Die Fähigkeit der Luft, Wasserdampf zu speichern, ist dabei abhängig von der Lufttemperatur. Unter dem Taupunkt versteht man diejenige Temperatur, bei deren Unterschreitung der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert und in die flüssige Phase zurückfällt. Dies kann in Form von Schwitzwasser an kühlen Bauteiloberflächen, genauso aber auch innerhalb einer Wand erfolgen. Der Taupunkt ist demnach die Temperatur, bei der die Luft gerade vollkommen mit Dampf gesättigt ist, die relative Luftfeuchtigkeit also 100 % beträgt. Wird diese Temperatur unterschritten, so bilden sich kleine Wassertröpfchen und der Wasserdampf schlägt sich an kalten Bauteiloberflächen nieder (man spricht von einer Kondensation). Diese Kondensation ist insbesondere an Außenwandecken oder bei fehlerhaft ausgeführten Wärmebrücken wie z.B. auskragenden Balkonplatten zu beobachten.

Oft ist in alten Wohngebäuden an kalten Außenwänden im Winter ein Tauwasseranfall zu beobachten, der sich am Ende durch einen Schimmelpilzbefall bemerkbar macht. Dies ist um so mehr der Fall, als nach dem Einbau neuer und dicht schließender Fenster bei gleich bleibenden Heiz- und Lüftungsgewohnheiten der Bewohner sich das Raumklima plötzlich ungünstig verändert. Dieser Prozess der klimatischen Begünstigung von schadensbedingender Tauwasserbildung an der Bauteiloberfläche (Außenwand, Rollladenkasten usw.) kann durch einfaches Messen der Raumlufttemperatur, der Bauteiloberflächentemperatur und der Raumluftfeuchte verfolgt werden, um somit das Verständnis für diese Problematik zu wecken, geeignete Verhaltensregeln aufzustellen und damit Folgeschäden zu vermeiden.

Mit gezielten Maßnahmen zum Heizen und Lüften kann die Raumlufttemperatur und Luftfeuchtigkeit günstig beeinflusst werden. Ziel ist es, den Grenzwert des Taupunktes so zu verändern, dass kein Tauwasser an einer Bauteiloberfläche ausfällt und somit auch keine Schimmelpilzbildung ermöglich ist. Aus der anhängenden (oberen) Tabelle kann die jeweils kritische Taupunkttemperatur abgelesen werden, Eingangsparameter sind die Raumlufttemperatur (gemessen mit einem Thermometer) und die relative Luftfeuchte (gemessen mit einem Hygrometer). Beispiel: Bei einer Raumtemperatur von 21°C und einer relativen Luftfeuchte von 65 % wird die Taupunkttemperatur mit 14,1°C abgelesen. Bei einer Bauteiloberflächentemperatur von mehr als 14,1°C findet in diesem Falle keine Kondensation statt, das Bauteil bleibt trocken!

In der anhängenden Tabelle ist angegeben, wie viel Wasser (in g/m³) sich bei welcher Lufttemperatur in einem Kubikmeter Luft befindet, wenn die Luftfeuchtigkeit 100 % beträgt. Beispiel: Bei einer Lufttemperatur von 20°C (relative Luftfeuchte 100 %) speichert ein m³ Luft eine Menge von 17,3 g Wasser!

siehe auch:
- Absolute Feuchtigkeit
- Blower-Door-Test
- Dezentrale Lüftung und Heizung
- Dunstrohrdurchdringung
- Kimmsteine
- Kondensation
- Luftfeuchtigkeit
- Perinsul
- Querlüftung
- Raumklima
- Schadstoffe
- Schimmel
- Schimmelbildung vorbeugen
- Schimmelpilzbefall
- TWD
- Wärmebrücken
- Zentrale Lüftung