elkage.de
Suchbegriff eingeben:

Formaldehyd

Das Kurzwort »Formaldehyd« (auch »Methanal« genannt, chemisches Zeichen »H-CHO«) setzt sich aus dem lateinischen »acidum formicum« (= »Ameisensäure«) und »Aldehyd« zusammen, dabei handelt es sich um die einfachste Verbindung aus der Gruppe der Aldehyde. Formaldehyd zählt zu den organischen Kohlenstoffverbindungen. Der Schmelzpunkt liegt bei -92 °C, der Siedepunkt bei -19,2 °C. Formaldehyd ist etwas schwerer als Luft, es handelt sich um ein farbloses und stechend riechendes, giftiges Gas, das sich leicht in Wasser uind Alkohol löst. Selbst Konzentrationen von unter 1 ml pro m³ Luft sind durch den Menschen noch wahrnehmbar. Eine etwa 40 %ige wässrige Lösung von Formaldehyd (mit Zusatz von durch Methanol stabilisierten Lösungen) ist das bekannte Formalin® (Formol). Verwendung findet Formaldehyd zur Desinfektion, zur Konservierung anatomischer Präparate, zur Härtung von Eiweiß (Gelatine), Leim und Kasein, als Reduktionsmittel, ferner zur Herstellung von Farbstoffen sowie in der Gerberei und vielen anderen Verbindungen, weiterhin gelangt Formaldehyd (außer in Form wässriger Lösungen) als Paraformaldehyd und Trioxan in den Handel. Daneben wird Formaldehyd als Desinfektionsmittel und zum Beizen von Saatgut benutzt. Lysoform ist eine Formaldehydseifenlösung.

Formaldehyd ist ein wichtiges chemisches Zwischenprodukt, das u. a. durch katalytische Oxidation (Dehydrierung) von Methanol bei 600 - 720 °C in Gegenwart von Luft gemäß CH3OH + ½ O2 -> HCHO + H2O hergestellt wird. Als Katalysator wird metallisches Silber verwendet. Kondensationsprodukte finden als Kunstharze (Kunststoffe) Verwendung. Besonders wird Formaldehyd zur Herstellung von Aminoplasten und Phenolharzen eingesetzt, früher auch intensiv bei der Herstellung von Spanplatten, die wiederum zur Möbelherstellung verwendet wurden.

Beim Eindampfen wässriger Lösungen polymerisiert Formaldehyd zu (linearem) Paraformaldehyd, beim Destillieren in Gegenwart von Säure zu (zyklischem) Trioxan, zwei weißen festen Substanzen, aus denen der gasförmige Formaldehyd durch Erhitzen wieder zurückgewonnen werden kann. Formaldehyd ist sehr reaktionsfähig; durch den Zutritt von Luftsauerstoff oxidiert Formaldehyd z. B. leicht zu Ameisensäure. Der Dampf des Formaldehyds verursacht Entzündungen der Atemwege und wirkt stark reizend auf die Schleimhäute. Formaldehydlösungen bewirken beim Verschlucken schwere Verätzungen der Speiseröhre und des Magen-Darm-Trakts. Der MAK-Wert wurde auf 1 ppm (1,2 mg/m³) festgelegt. Neuere Untersuchungen ergaben Hinweise auf eine mögliche mutagene (erbgutverändernde) und karzinogene (krebserzeugende) Wirkung. Diese gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden jedoch erst einige Jahre nach dem teils massenhaften Einsatz zur Herstellung von gepressten Spanplatten festgestellt, nachdem der Zusammenhang zwischen den unerklärlichen Krankheitssymptomen und dem exzessiven Einsatz von Formaldehyd klar zu Tage trat.

Nach dem Sondergutachten »Luftverunreinigungen in Innenräumen« des Rats von Sachverständigen für Umweltfragen verursachen Spanplatten die höchste Formaldehydkonzentration in Innenräumen. Um diese Emissionsquelle weitgehend auszuschalten, wurden 1980 Emissionsklassen festgelegt. Die Gefahrstoffverordnung schreibt vor, dass Wasch-, Reinigungs- und Pflegemittel mit mehr als 0,2 % Formaldehyd nicht in den Verkehr gelangen dürfen.

siehe auch:
- Aminoplaste
- Asbest
- BGR 128
- Emissionsklassen
- Epoxidharz
- Kohlenstoff
- Lostenbeteiligung
- MAK-Werte
. MDF
- Melaminharz
- PCB
- Resorcin
- Schadstoffe
- TA Luft
- TRGS
- VOC
- Wohngifte
- Xylol