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Feuerwiderstandsdauer

Für das Brandverhalten von Bauteilen der Tragkonstruktion - wie Wände, Decken und Stützen – un damit deren Tragfähigkeit bei einem Brandereignis ist deren »Feuerwiderstandsdauer« maßgebend. Entsprechend dieser Feuerwiderstandsdauer werden sie in Feuerwiderstandsklassen eingeteilt. So muss beispielsweise eine tragende Wand in der Klasse F 30 dreißig Minuten lang einem Brand (dem so genannten »Normbrand«) standhalten, bevor sie ihre Standsicherheit verliert. Die erforderliche Feuerwiderstandsklasse hängt von der vertikalen Ausdehnung des Gebäudes ab und reicht von F 0 (keine Anforderungen) bei freistehenden Wohngebäuden mit einer Wohnung bis F 90 (feuerbeständig und in den wesentlichen Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen) bei drei- bis viergeschossigen Gebäuden und bis zu F 180 bei bestimmten Bauteilen in Hochhäusern.

Für den Zeitraum der definierten Feuerwiderstandsdauer (z.B. F 90) soll das entsprechende Bauteil seine Standfestigkeit nicht verlieren, um somit die Selbstrettung von Personen oder den Rettungseinsatz der Feuerwehr zu ermöglichen. Die verschiedenen Baustoffe sind gegen die Einwirkungen von Feuer unterschiedlich gut geeignet. Entgegen der landläufigen Meinung ist beispielsweise ungeschützter Stahl wesentlich empfindlicher gegen Brandeinwirkungen (totales Versagen tritt bereits bei Temperaturen von 500°C bis 600°C ein!) als massive Holzquerschnitte. Holz ist wegen seiner großen Sicherheitsreserven robuster, durch den Brandvorgang bildet sich eine oberflächennahe »Schutzschicht«, die ein schnelles Abbrennen des Holzes verhindert. Holz wird aus diesem Grunde bereits in großen Flugzeughangars als tragende Dachkonstruktion eingesetzt.

Bei Stahlbeton wird die Feuerwiderstandsdauer durch eine ausreichende Betondeckung (Überdeckung zwischen Außenkante Beton und der tragenden Bewehrung) erreicht, ebenso ist eine Mindestanzahl von Bewehrungsstäben vorgeschrieben.

Alle statisch tragenden Bauteile, deren Tragfähigkeit bei ansteigenden Temperaturen schnell absinkt, können auch durch zusätzliche nichtbrennbare Verkleidungen gegen Brandeinwirkungen geschützt werden. Hierzu eignen sich beispielsweise auch mineralische Putze (Kalk-Zementputz, Gipsputz) oder auch spezielle Brandschutzplatten. In jedem Falle müssen solche Bekleidungen nach ingenieurmäßigen Gesichtspunkten unter Beachtung der Randbedingungen bemessen werden, »Bastellösungen« durch unqualifizierte Handwerker sind im Falle eines Falles im wahrsten Sinne des Wortes lebensgefährlich!

siehe auch:
- Backdraft
- Baulicher Brandschutz
- Blitzschutz
- Brandbekämpfungsabschnitt
- Brandentwicklung
- Brandschutz - Existenzsicherung
- Brandursachen
- Feuer
- Flashover
- Rauchmelder