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SI-System

Das »SI-System« ist das international gültige Einheitensystem für die physikalischen Größen, wobei sich die Abkürzung »SI« aus der französischen Bezeichnung »Système International d´Unités« ableitet. Es handelt sich um das (nahezu) weltweit angewandte und vielfach auch gesetzlich vorgeschriebene Einheitensystem. In Deutschland ist dieses Einheitensystem seit dem 01. Januar 1978 im amtlichen und geschäftlichen Verkehr vorgeschrieben. Dabei handelt es sich um die sieben Basiseinheiten Meter (Einheitenzeichen [m]) für Längen, Kilogramm [kg] für Masse, Sekunde [s] für die Zeit, Ampere [A] für die elektrische Stromstärke, Kelvin [K] für die thermodynamische Temperatur, Candela [cd] für die Lichtstärke und Mol [mol] (seit 1971) für die Stoffmenge. Hinzu kommen noch die beiden ergänzenden, dimensionslosen Einheiten Radiant und Steradiant (jeweils mit der Dimension [1]). Aus den Basiseinheiten sind weitere Einheiten kohärent (d. h. ohne Verwendung eines Zahlenfaktors) abgeleitet, diese erhalten teilweise eigenständige Bezeichnungen (z. B. die Krafteinheit Newton [N]).

Für das Mess- und Eichwesen ist eine möglichst präzise Realisierung jeder SI-Einheit Mithilfe eines Normals notwendig. Das SI wurde auf der 9. Generalkonferenz für Maß und Gewicht 1948 angeregt und auf der 11. Generalkonferenz für Maß und Gewicht 1960 angenommen. In Deutschland ist für die Umsetzung und Einhaltung der SI-Einheiten die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig zuständig.

Neben diesen gesetzlichen Einheiten haben sich noch einige nicht mehr genormte Einheiten im täglichen Gebrauch bis heute erhalten. Hierzu zählen beispielsweise die Einheit [PS] oder das Raummeter [rm]. In den angelsächsischen Ländern wie England, Kanada, Australien und insbesondere den USA sind auch heute und aus hiesiger Sicht völlig unpraktikable und zu Fehlern neigende Maßeinheiten im Gebrauch.

In einer Pressemeldung vom 14.09.2007 wurde davon berichtet, dass das in einem Tresor des Internationalen Büros für Maße und Gewichte in Sèvres bei Paris lagernde Urkilogramm zwar langsam, aber dennoch messbar abnimmt, d. h. an Gewicht verliert. Der Prototyp des Urkilogramms wurde 1889 hergestellt, er besteht aus einer Platin- und Iridium-Legierung, der Zylinder ist 39 Millimeter hoch. Dieses Urkilogramm wird in zeitlichen Abständen von etwa 40 Jahren aus dem Tresor geholt, um es mit weiteren Kopien des Urkilogramms, jeweils aus dem gleichen Material wie der Prototyp selbst bestehend, zu vergleichen. Bei der Messung im Jahre 2007 wurde festgestellt, dass das Urkilogramm 50 Mikrogramm leichter ist als die Kopien, die im gleichen Jahr hergestellt wurden wie der Prototyp. Die Forscher können diesen Gewichtsverlust bislang nicht erklären und überlegen, wie sie es schaffen sollen, dass das Gewicht des Urkilogramms sich nicht weiter verändert bzw. verringert.

siehe auch:
- Becquerel
- Eichpflicht
- Einheitensystem
- Festmeter
- Joule
- Klafter
- Krypton
- kWh
- Maßordnung im Hochbau
- Newton
- Radiant
- Raummeter
- Rissbreitenschablone
- Steradiant
- Yard
- Zollstock