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Bauunternehmer

Unter einem »Bauunternehmer« versteht man einen Unternehmer, der gewerbsmäßig im Auftrag von Bauherren die Ausführung von Bauleistungen übernimmt. Er stellt sowohl die Arbeitskräfte und Geräte als auch oftmals die Bau- und Betriebsstoffe zur Verfügung. Die Vertretung des Bauunternehmers auf der Baustelle wird durch den von diesem eingesetzten Bauleiter übernommen, dieser »Firmenbauleiter« ist daher nicht zu verwechseln mit dem Bauleiter gemäß Bauordnung.

Ebenso wie die übrigen am Bau Beteiligten (Entwurfsverfasser, Tragwerksplaner, Bauleiter des Bauherrn, Prüfingenieur für Baustatik) obliegen dem Bauunternehmer baurechtliche Pflichten. Dieser ist in seinem Wirkungsbereich verantwortlich für die ordnungsgemäße Absicherung der Baustelle und für die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften. In einigen Bundesländern wurde der Bauleiter „entfernt“, da man sich nicht auf eine Mindestqualifikation einigen konnte, sodass dem Unternehmer zumindest teilweise auch die (erweiterten) Rechte und Pflichten eines Bauleiters zugefallen sind. In diesen Fällen kann nur dringend geraten werden, dass ein Bauherr selbst einen Bauleiter beauftragt, damit dieser für die ordnungsgemäße Ausführung des Projekts überprüft und die übrigen Handwerker aller Fachgewerke koordiniert und überwacht, da beispielsweise ein Rohbauunternehmer sich nicht um den Estrich oder den Einbau der Fenster kümmern wird. Der Bauunternehmer ist nur für seine eigenen Leistungen zuständig, von ihm kann nicht verlangt werden, dass er auch fachfremde Leistungen anderer Handwerker beaufsichtigt und kontrolliert, wenn der Bauunternehmer nicht gleichzeitig als Generalunternehmer oder Bauträger fungiert.

Auf die Bestellung eines Bauunternehmers kann bei kleineren Bauvorhaben, von denen ein geringes Gefährdungspotential ausgeht, verzichtet werden, wenn die damit verbundenen Arbeiten auch in Selbst- oder Nachbarschaftshilfe ausgeführt werden können. Dazu zählen beispielsweise die Anlage von Stellplätzen, Anlagen zur Gartengestaltung wie Gartenhäuser und Nebenzwecken dienende Gebäude usw.

In den meisten Bauordnungen der verschiedenen Bundesländer ist jedoch für den Abbruch von Gebäuden ein Abbruchunternehmer zu beauftragen; lediglich bei kleineren Objekten (unter 300 m³ Rauminhalt) kann ggf. auf die Bestellung eines Abbruchunternehmers verzichtet werden. In jedem Falle sollte man sich rechtzeitig z. B. bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde dahingehend informieren, da ansonsten ggf. eine Ordnungswidrigkeit begangen wird. In einigen Bereichen ist vorgeschrieben, dass der Abbruchunternehmer in einem Abbruchverband organisiert ist, womit sichergestellt werden soll, dass eine gewisse Mindestqualifikation und eine ausreichende Sachkunde gegeben ist.

Führt ein Bauunternehmer Bauarbeiten aus, ohne dass diese baurechtlich genehmigt sind, begeht dieser eine Ordnungswidrigkeit, die oftmals entsprechende Verfügungen der Bauaufsichtsbehörde nach sich ziehen können, wobei die Palette von der Verhängung eines Ordnungsgeldes über eine Nutzungsuntersagung bis hin zur Abbruchanordnung reicht.

siehe auch:
- Alptraum
- Baumurks
- Baupfusch
- Bauträger
- Deregulierung
- Eigenverantwortung
- Entwurfsverfasser
- GU
- Mangel
- Ordnungswidrigkeit
- Organisationsverschulden
- Pfusch am Bau
- Prüfingenieur für Baustatik
- QS
- Schlamperei
- Vier-Augen-Prinzip