elkage.de
Suchbegriff eingeben:

Bauüberwachung

Die »Bauüberwachung« steht im pflichtgemäßen Ermessen der Bauaufsichtsbehörde auf der Grundlage der jeweiligen Länderbauordnung. Anlass für eine Bauüberwachung besteht immer dann, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass von den genehmigten Bauvorlagen abgewichen wird oder bei statisch schwierigen Bauvorhaben oder öffentlich zugänglichen Bauwerken, von denen während der geplanten Nutzung bei unsachgemäßer Ausführung Gefahr für Leib und Leben der Bewohner bzw. Nutzer ausgehen kann (z.B. in öffentlichen Versammlungsräumen, Kaufhäusern usw.).

Im Rahmen der Bauüberwachung kann die Bauaufsichtsbehörde Bauzustandsbesichtigungen durchführen, wobei diese auch Sonderfachleute mit diesen Abnahmen beauftragen kann, z.B. einen Prüfingenieur für Baustatik oder einen Brandschutzfachmann. Auch steht ihr oder deren Beauftragten ein grundsätzliches Betretungsrecht der Baustelle zu (länderspezifische Regelungen in den Bauordnungen). Die Bauaufsicht bzw. deren Vertreter kann den Nachweis der Brauchbarkeit der Bauprodukte und der Tauglichkeit der Baustelleneinrichtung verlangen.

Zum Zweck der Bauüberwachung kann sie anordnen, dass sie von Beginn und Ende bestimmter Bauarbeiten, etwa der Bewehrung von Stahlbetonbauteilen oder dem Beginn einer Unterfangungsmaßnahme, unterrichtet wird. Die von der Bauaufsicht beauftragten Personen haben Weisungsbefugnis bezüglich der Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften, bei Gefahr in Verzug (z.B. dann, wenn eine Unterfangung unsachgemäß ausgeführt wird und der Giebel des Nachbargebäudes droht, einzustürzen) oder bei Abweichungen in der Bauausführung von den genehmigten Bauunterlagen.

siehe auch:
- Alptraum
- Architekt
- Bauingenieur
- Bauleiter
- Baumurks
- Baupfusch
- Bauzustandsbesichtigung
- Oberbauleiter
- Prüfingenieur für Baustatik
- Prüfpflicht
- Prüfverzicht
- QS
- Schwarzarbeit
- Vier-Augen-Prinzip