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Wasser

Tagtäglich berichten die Medien von Wassermangel und Überschwemmungen, von heillos verschmutztem Wasser insbesondere in den armen Ländern dieser Welt und von der Notwendigkeit, es zu klären - kurz von Wassernot und Wasser in Not.

 

Bei allen Völkern der Erde ist das Wasser das Ursymbol des Lebens schlechthin. „Das erste aber ist das Wasser, besser als olympischer Sieg, besser als Gold“, mahnt eine alte griechische Weisheit. Wasser ist die unverzichtbare Grundlage unseres Lebens. Die Menschheit muss in Zukunft noch Großes leisten, um diese lebenswichtige Ressource zukünftigen Generationen zu sichern und zu erhalten. Große Ziele erfordern vernünftiges Handeln der Entscheidungsträger und die Begeisterung der Vielen. Wasser und Gewässer sind magische Symbole für die Schönheit und Gesundheit, für Fruchtbarkeit und Unendlichkeit, für Leben und Freude - für Lebensfreude.

 

Rund 126 Liter Trinkwasser verbraucht jeder Deutsche im Mittel pro Tag, wobei die Tendenz fallend ist. Rein statistisch gesehen werden davon nur zwei Liter für Blumen- und Gartenbewässerung verwendet. Das herrliche Gefühl, in ein heißes Schaumbad einzutauchen oder der Genuss, in der Sommerhitze prickelndes Eiswasser über sich hinweg fließen zu lassen - es gibt einen Grund dafür, dass wir uns dem kühlen Nass mehr als verbunden fühlen: Der Mensch besteht zu einem sehr großen Teil, nämlich zu ca. 75 %, aus Wasser.

 

Kein Wunder, dass Wasser beim Erleben von Wellness eine entscheidende Rolle spielt. Nicht allein, dass wir es zur Aufrechterhaltung unserer wichtigsten Körperfunktionen benötigen, der Kreislauf kommt in Schwung, das Immunsystem wird gestärkt, die Durchblutung gefördert und Muskeln und Gelenke entspannen sich. Darüber hinaus dient unser größtes Körperorgan, die Haut, als Nahtstelle, über die wir Sinnesreize ans Innere weiterleiten.

 

Bereits die Ärzte der Antike priesen unermüdlich die Vorzüge von Wasser auf die Gesundheit, sodass dem sanften Element bei nahezu allen Kulturen eine ganz besondere Rolle als Symbol für körperliche und geistige Reinigung zukam. Bäder waren also schon vor sehr langer Zeit Stätten der Gesundheits- und Schönheitspflege, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Frei nach dem römischen Motto sanus per aquam (Gesundheit durch Wasser), besinnt man sich wieder auf die Riten des entspannenden Bades und der belebenden Dusche, wie es bereits vor Jahrtausenden ein fester Bestandteil des Alltags von Indern, Griechen, Römern und Orientalen war. Diese kulturelle Errungenschaft ging mit dem Untergang des römischen Imperiums für einige Jahrhunderte weitestgehend verloren. Im Mittelalter und auch in der frühen Neuzeit war Wasser zumindest in den Städten meist stark verschmutzt, und zum Waschen oder Baden war es auch verpönt.

 

Wasserist chemisch ein Oxid des Wasserstoffs mit der Formel H2O (jedes Wassermolekül besteht also aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom), das spezifische Gewicht beträgt 1,0 kg/l bei 4 °C, der Siedepunkt liegt bei 100 °C, der Schmelzpunkt bei 0 °C (jeweils bei einem Normaldruck von 760 mm Hg {Hg = Quecksilber}). Siede- und Schmelzpunkt des Wassers sind die gebräuchlichen Fixpunkte der Celsius-Temperaturskala. Wasser entsteht bei der unter starker Wärmeentwicklung verlaufenden Reaktion zwischen Wasserstoff und Sauerstoff (Knallgasreaktion). Das in der Natur vorkommende Wasser (Meer-, Fluss-, Brunnen-, Regenwasser) ist nicht chemisch rein. Meerwasser enthält größere Mengen verschiedener Salze, z. B. Kochsalz (NaCl), Magnesiumsulfat (MgSO4) und Gase (z. B. Kohlendioxid, Luft), ferner organische Verbindungen und Bakterien. Der Salzgehalt z. B. in der Nordsee beträgt 36 g/Liter. Wasser mit Calciumsalzen wird als hart bezeichnet. Infolge der Verdunstung des Wassers enthält die Luft mehr oder weniger große Mengen in dampfförmigem Zustand (Luftfeuchtigkeit), das bei Abkühlung der Luft kondensiert und in Form der verschiedenen Niederschlagsarten der Erdoberfläche wieder zugeführt wird, dieser Vorgang wird als der Kreislauf des Wassers bezeichnet.

 

Ein großer Teil des Wassers ist in Form von Grundwasser vorhanden, ferner bildet es den Hauptbestandteil der tierischen und pflanzlichen Organismen. Wasser ist für den generellen Ablauf der Lebensvorgänge unentbehrlich, da sich die physiologisch-chemischen Vorgänge in wässrigen, meist kolloiden Lösungen abspielen. Das den Flüssen entnommene Wasser ist für manche technischen Zwecke (z. B. wegen Kesselsteinbildung) nicht verwendbar, es muss daher einer Reinigung unterzogen werden. Eine Reinigung durch Filtration und u.U. eine Entkeimung durch Chlor oder Ozon ist wegen des Bakteriengehalts erforderlich, wenn z. B. Flusswasser als Trinkwasser verwendet werden soll. Für besondere Zwecke wie z. B. analytische Arbeiten werden die Verunreinigungen durch ein- oder mehrmalige Destillation entfernt.

 

Die Erdoberfläche ist zu 71 % von Wasser bedeckt, die Wassermenge beträgt insgesamt 1,36 Mrd. km³, der Trinkwasseranteil ist dabei relativ gering. Der Trinkwasserbedarf unterscheidet sich in einigen Industrieländern deutlich, wie ebenfalls aus der beigefügten Grafik entnommen werden kann.

 

Wasserfindet in der Bautechnik vielfältige Verwendung, z. B.

  • als Zugabewasser zur Herstellung von Frischbeton und Mörtel,
  • als Fließ- und Transportmittel, z. B. beim Einbau des Frischbetons sowie zur Erhärtung des Betons,
  • bei der Nachbehandlung von Beton durch Besprühen oder Berieseln der Betonoberfläche,
  • als Löse- bzw. Dispersionsmittel bei der Herstellung und Verarbeitung von Farbstoffen und Bitumenemulsionen sowie
  • als Reinigungs- und Spülmittel zum Säubern von Bauteiloberflächen und zum Reinigen von Geräten und Maschinen.

 

Wasserkann auch zu Bauschäden führen, z. B.

  • als Niederschläge durch Aufnahme von Schadstoffen aus der Luft und deren Transport an die Bauteiloberfläche,
  • als Grundwasser bzw. Bodenfeuchtigkeit durch Lösen und meist kapillares Transportieren bauschädigender Substanzen (Salze) in das Bauteil,
  • als Wasserdampf, der meist über die Diffusion in das Bauteil gelangt, dieses durchfeuchtet und dadurch zur Verminderung der Wärmedämmwirkung führt, sowie
  • als Eis, das durch Volumenvergrößerung beim Gefrieren des Wassers einen Sprengdruck erzeugt, der z. B. zu Abplatzungen an der Bauteiloberfläche oder bei Straßen zu Frostaufbrüchen führen kann.

 

Trinkwasser ist für uns heute ein selbstverständliches und jederzeit in ausreichender Menge verfügbares Gut, welches hierzulande zudem als das am besten überwachte Lebensmittel gilt. Doch dieser in Deutschland selbstverständliche Standard ist in den meisten Entwicklungsländern oder auch in Schwellenländern keineswegs eine Selbstverständlichkeit, vielmehr gilt dort sauberes Trinkwasser oftmals als Luxusgut. Schätzungen des UN-Kinderhilfswerks Unicef zufolge verfügen über eine Milliarde Menschen über zu wenig Trinkwasser oder haben nur Zugang zu mehr oder weniger stark verunreinigtem Wasser. Nach diesen Schätzungen aus dem Jahre 2007 kommen zudem jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Kinder unter 5 Jahren durch verunreinigtes Trinkwasser und den damit meist verbundenen Durchfall ums Leben. Erschwerend kommt hinzu, dass der inzwischen unübersehbare Klimawandel den Wassermangel in einigen Regionen der Erde weiter verschärfen wird. Fachleute gehen davon aus, dass auch in Deutschland einige Gebiete davon betroffen sein werden, hier z. B. Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, die Pfalz oder auch der nördliche Schwarzwald.

 

Der Klimawandel führt auch in hiesigen Breiten dazu, dass es zu häufigeren Extremwetterereignissen kommen wird und auch bereits kommt. Diese äußern sich darin, dass es neben länger anhaltenden Trockenperioden mit Niedrigwasserständen in unseren Flüssen häufiger auch zu Starkregenereignissen und Hochwassersituationen kommt. Fachleute des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) vertreten die Auffassung, dass in den Einzugsgebieten der Elbe und auch der Donau langfristig um bis zu etwa ein Drittel niedrigere Niederschlagsmengen zu erwarten sind, was sich dann entsprechend auf den jeweiligen Wasserstand der Flüsse auswirken wird. Weniger Wasser in den Bächen und Flüssen heißt auch weniger Neubildung von Grundwasser. In der Pfalz und auch in Brandenburg wird danach die Grundwasserbildung nahezu halbiert, was sich dann auch auf die Trinkwassergewinnung auswirken wird. Die zu geringen Niederschlagsmengen werden sich in jedem Falle auch auf die Größe und Gestaltung unserer die Landschaft prägenden Bäche und Flüsse auswirken, da durch den Klimawandel auch die mittleren Tagestemperaturen ansteigen werden. Einige Gebiete Deutschlands werden versteppen, die Pflanzen- und Tierwelt und auch der Mensch wird sich an diese Veränderungen anpassen müssen.

 

Während es im Osten Deutschlands immer häufiger zu Wassermangelsituationen kommen wird, kommt es in der Alpen- und Voralpenregion häufiger zu Starkregen- sowie Hochwasserereignissen, so die Aussagen der Klimaforscher. Der Wassermangel in einigen Regionen Deutschlands wird sich nicht nur auf die Natur auswirken, sondern auch auf den Menschen sowie die von diesem betriebene Industrie, die auf ausreichend Wasser bzw. Kühlwasser angewiesen ist. Dies sind beispielsweise Kraftwerke, die Kühlwasser benötigen, aber auch die Landwirtschaft, die immer häufiger die ansonsten austrocknenden Felder künstlich bewässern muss, um ausreichend Erträge erzielen zu können. Auch die Flussschiffer müssen sich immer häufiger darauf einstellen, dass Flüsse wegen Hochwasser oder auch Niedrigwasser nicht befahren werden können. In der Gesamtbilanz wird aber Deutschland auch weiterhin über ausreichend Wasser respektive Trinkwasser verfügen, allerdings müssen die Speicherkapazitäten vergrößert und/oder entsprechende Wasserleitungen über größere Distanzen gebaut werden, um das Wasser dorthin zu transportieren, wo es benötigt wird. Obgleich nur etwa 2,8 % des hierzulande verfügbaren Wassers großtechnisch gereinigt und in das öffentliche Trinkwasserversorgungsnetz eingespeist werden, müssen trotzdem Maßnahmen ergriffen werden zur Reduzierung des Trinkwasserbedarfs und auch zur Reinhaltung der Wasservorräte bzw. zur Reinigung von verschmutztem Wasser. Auch in Deutschland gehen jährlich größere Mengen an wertvollem Trinkwasser durch undichte Wasserleitungen verloren. In Entwicklungsländern ist dieses Problem nochmals erheblich größer. Aber auch undichte, marode und altersschwache Abwasserleitungen führen dazu, dass durch das auslaufende Fäkalien- und auch Industrieabwasser Grundwasser oder das Wasser der Bäche und Flüsse verunreinigt wird. Die Finanznot vieler Kommunen verschärft dieses Problem weiter. Dennoch müssen alle Anstrengungen unternommen werden, dass das zunehmend kostbarere Lebens- und Überlebensmittel Wasser geschützt und an die Nachwelt möglichst sauber und naturbelassen übergeben wird.

 

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