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Fluchttreppe

In einem Brandfall ist es lebenswichtig, dass sich Personen entweder selbst schnell und sicher aus einem Gebäude retten können oder aber auch um Rettungskräften einen möglichst ungehinderten und schnellen Zugang zu einem Gebäude zu verschaffen. Dazu sind Rettungswege erforderlich. Bei eingeschossigen, ebenerdigen Gebäuden kann die Flucht leicht durch eine zweite Tür oder über ausreichend große Fenster erfolgen, problematisch wird es jedoch bei höheren und mehrgeschossigen Gebäuden. Neben dem Sicherheitstreppenraum bei Hochhäusern sind Rettungsbalkone, Rettungsfenster und Rettungstunnel bekannt. Weiterhin kann eine Rettung über Rettungsgeräte der Feuerwehr (Leitern, Drehleitern, Hubgeräte, eingeschränkt auch Sprungtücher oder -kissen) erfolgen, sofern bestimmte Gebäudehöhen nicht überschritten werden, zudem muss die Feuerwehr dann über entsprechende Fahrzeuge und Geräte verfügen.

Als Bestandteil des zweiten Rettungswegs (der unabhängig vom Haupttreppenhaus nutzbar sein muss) können auch »Fluchttreppen« an ein Gebäude angebaut werden. Dies bietet sich insbesondere dann an, wenn ein bestehendes Gebäude in seiner Nutzung verändert und der Einbau eines 2. Treppenhauses innerhalb des Gebäudes einen erheblichen technischen und wirtschaftlichen Mehraufwand bedeuten würde. Fluchttreppen bestehen meist aus Stahl oder Stahlbeton, eine architektonisch gefällige Gestaltung ist oftmals nicht möglich. Außenliegende Fluchttreppen sind hinsichtlich Lage und Gestaltung in jedem Falle durch einen Brandschutzsachverständigen zu planen, ggf. ist eine Abstimmung mit der Brandschutzdienststelle der Bauaufsichtsbehörde bzw. der zuständigen Feuerwehr erforderlich. Neben den statischen Erfordernissen sind meist auch Anforderungen an den konstruktiven Brandschutz (z.B. Feuerwiderstandsdauer F 30 oder F 90) zu erfüllen, dazu bedarf es einer entsprechenden Planung durch den versierten Bauingenieur.

siehe auch:
- Backdraft
- Brandrauch
- Brandrisiko
- Flashover
- Rettungsbalkon
- Rettungsfenster
- Rettungstunnel
- Rettungsweg