elkage.de
Suchbegriff eingeben:

Alptraum

Definition gemäß Medizin-Duden:
»Alptraum« (mittelhochdeutsch, althochdeutsch »alp«, »alb« = Name eines koboldhaften Wesens im alten Volksglauben): Druckgefühl in der Brust mit Atemschwierigkeiten und Gefühlen von Hilflosigkeit und Lähmung, das nachts im Schlaf auftritt.

Auf den ersten Blick hat der Begriff „Alptraum“ nichts mit einem Fachbegriff aus dem Baubereich zu tun. Alpträume kann jedoch derjenige Bauherr sehr schnell bekommen, der sich die falschen Baupartner für die wohl größte Investition, die ein durchschnittlicher Bürger in seinem Leben angeht, ins Boot holt. In erster Linie sind dies die schwarzen Schafe aus der Bauträgerbranche, die dem von der Politik zum „mündigen Bürger“ erklärten Bauherrn das Blaue vom Himmel versprechen, aber gar nicht in der Lage oder nicht Willens sind, diese Versprechungen in die Tat umzusetzen; aber leider auch weisungsgebundene und von Lieferinteressen anderer abhängige „Planer“, die nicht als Freiberufler tätig sind, sondern jeweils oftmals von einer einzigen Baufirma oder einem Bauträger Aufträge erhalten und somit nicht die Interessen des Bauherrn wahrnehmen können.

In Abwandlung eines aktuellen Werbeslogans könnte man auch sagen:

„Dereguliert oder wohnen Sie schon?“

Im Zuge der „Deregulierungsbestrebungen“ werden leichtfertig über Jahrzehnte gebildete und leistungsfähige Strukturen vorsätzlich zerstört, Freistellungsverfahren werden „erfunden“, die Genehmigungs- und Prüfpflicht gerade für die vermeintlich „einfachen“ Bauvorhaben wird abgeschafft oder zumindest deutlich eingeschränkt. Zudem ist es politischer Wille, dass die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) abgeschafft wird, wobei es sich bei dieser HOAI nicht nur um ein Preisrecht, sondern auch um klar definierte Leistungen, d.h. um ein Leistungsrecht handelt; darin sind die Grund- und Zusatzleistungen definiert, die der Bauherr von seinen Planern erwarten kann. Dies führt gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu einem Honorardumping ohne gleichen („Geiz ist Geil!“), die Qualität der dafür zu erbringenden Leistung muss darunter Schaden nehmen. Kein Planer kann für den Gegenwert eines Trabbis einen Maybach liefern, dies sollte sich jeder Bauherr vor Augen halten.

Passend zu diesem Thema finden Sie auf dieser Homepage unter dem Schalter [Pfusch am Bau] die Datei „Dereguliert oder wohnen Sie schon?“, in der u.a. ein inzwischen leider alltäglicher Fall einer jungen Bauherrenfamilie geschildert wird, die auf ein solches schwarzes Schaf hereingefallen ist und zu Weihnachten 2003 in eine Baustelle einziehen muss. Für diese Familien besteht die nicht unbegründete Gefahr, dass das komplette Dachgeschoss „rückgebaut“ und in kleinerer Form wieder neu errichtet werden muss, die finanziellen Auswirkungen sind denkbar schlecht, diese Familie durchlebt einen „Alptraum“! Das Bild (vom 23.12.2003) zeigt die „Baustelle“, das Dach ist provisorisch mit einer Plane abgedeckt. Das Bauvorhaben befindet sich in Nieder-Olm (Rheinland-Pfalz, in der Nähe von Mainz), dieses Bundesland ist schon länger „dereguliert“, d.h. das Bauvorhaben befindet sich innerhalb eines rechtsgültigen Bebauungsplans, die „Planung“ weicht jedoch von dessen Vorgaben ab (sprich: zu groß, zu hoch!), eine Baugenehmigung wird im Anzeigeverfahren nicht erteilt. Erst der nahezu fertig gestellt Rohbau zeigt, dass die Vorgaben überschritten sind, die Bauaufsichtsbehörde kann (und muss) erst jetzt eingreifen und hat einen Baustopp verfügt! Das Unheil nimmt seinen weiteren Lauf...

Wir sind überzeugt davon, dass diese junge Bauherrenfamilie im Nachhinein gerne einige Euros für eine rechtskräftige Baugenehmigung bezahlt hätte, könnte sie damit doch bereits zu Weihnachten 2003 in einem fertigen Haus wohnen. Die Planungsfehler währen bereits im Vorfeld erkannt worden, der offensichtlich überforderte Planerin hätte man den Auftrag rechtzeitig entziehen können. An dieser Stelle kann nur nochmals wiederholt werden, dass es grundsätzlich besser und am Ende billiger ist, sich einen freiberuflich tätigen Planer (Architekt, Bauingenieur) zu suchen, der sich in der Region auskennt sowie Namen und Anschriften anderer Bauherren nennen kann, die über deren Erfahrungen berichten.

Zu dieser gesamten Problematik finden Sie auf dieser Homepage unter dem Schalter [Info] und dann unter [Ansichten] u.a. folgende weitere Artikel jeweils als PDF-Datei:

• Gedanken zum Baugenehmigungsverfahren
• Schreiben an Abgeordnete – Offener Brief
• Schreiben an Prof. Katzenbach zu Job-Garantie
• Geiz ist geil! Ist Geiz Geil?

sowie unter dem Schalter [Für Sie gelesen] die PDF-Datei:

• Mehr Streit mit den Nachbarn

siehe auch:
- Bauleistungsversicherung
- Baumurks
- Baupfusch
- Deregulierung
- Eigenverantwortung
- Gefahrenabwehr
- Ordnungswidrigkeit
- Pfusch am Bau
- Prüfingenieur für Baustatik
- QS
- TÜV
- Vier-Augen-Prinzip
- Versicherungs-Check für Bauherren