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Ton

Lehm ist das älteste Bindemittel, das gleichzeitig als Putz- und Mauermörtel verwendet worden ist. Lehm und »Ton« unterscheiden sich dadurch, dass Ton aus reinen Tonmineralien mit geringen Verunreinigungen (verursachen nur Farbveränderungen) besteht und im Lehm deutlich mehr Verunreinigungen (meist biogene Rückstände) enthalten sind. Gleichwohl wird der Begriff Lehm häufig synonym für Ton gebraucht.

Tone sind verfestigte Gesteinsmehle natürlichen Ursprungs, die vor allem aus Tonmineralien bestehen. Ferner enthalten sie unterschiedliche Anteile an Quarz, Feldspat, Glimmer und biogenen Resten (z. B. von abgestorbenen Pflanzen). Die für die technischen Anwendungen günstigen Eigenschaften des Tons verdankt dieser dem Schichtgitteraufbau, weshalb der Ton auch als »Schichtsilikat« bezeichnet wird. Die Schuppen der Tonmineralien sind extrem fein ausgebildet. Die einzelnen Kristallite sind meist kleiner als 2 Mikrometer (dies entspricht 0,002 mm). Natürlich vorkommende Tonlagerstätten sind bzw. waren begehrte Standorte für die Ziegelindustrie, aber auch für andere keramische Produkte eignen sich die Tone. In einigen Fällen müssen Tone »abgemagert« werden, damit sie später die geforderten Eigenschaften im Ziegelscherben erreichen. Unter »Abmagern« versteht man in diesem Falle die Zugabe von Quarzsand, wenn dieser im natürlichen Tonvorkommen nicht oder in zu geringer Menge vorhanden ist.

Lehm bzw. Ton gehören zu den »losen Trümmergesteinen«. Ton entstand durch die Verwitterung aus Mineralien der Urgesteine unter Einwirkung von Kohlensäure. Kohlensäure bildet sich aus Wasser und dem Kohlendioxid der Luft. In reiner Form ist Ton weiß. Die bekannten unterschiedlichen Färbungen erhält der Ton durch geringfügige Verunreinigungen. Durch Wassereinwirkungen kann Ton weiteres Hydratwasser binden, wodurch er geschmeidig wird und weiterverarbeitet werden kann.

Tonmineralien werden nicht nur für die Herstellung von Dach- und Mauerziegeln verwendet, sondern auch zur Herstellung von Porzellan und anderen keramischen Produkten. Nach der Zugabe weitere Zusätze wird Ton auch zur Zementherstellung benötigt. In einigen Regionen der Erde wird der Ton ungebrannt zu Lehmziegeln verarbeitet, wobei dem Ton oftmals Stroh oder auch Kuhmist und ähnliches untergemischt wird, um die Verarbeitbarkeit und auch Standfestigkeit zu verbessern.

Ausführlichere Hinweise zu »Ton« finden Sie unter dem Fachbegriff »Lehm und Ton«.

siehe auch:
- Adobe
- Baugrund
- Baugrundsachverständiger
- Baugrunduntersuchung
- Bindemittel
- Bindiger Boden
- Bodenverhältnisse
- Bodenfeuchtigkeit
- Gesteine
- Lehm und Ton
- Opus Caementitium
- Ringtunnelofen
- Schluff
- Sedimente
- Turmbau zu Babel
- Ziegel
- Zement
- Zuschlagstoffe