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Zellulose

Dämmstoffe aus Zellulosefasern werden aus ungebleichter, reiner »Zellulose« oder aus mechanisch zerfasertem Zeitungspapier (Recyclingprodukt) hergestellt, wobei das Material durch Zerfaserung und Mahlung zerkleinert und anschließend verdichtet wird. Je nach Qualität des Recyclingmaterials können dadurch Schadstoffe wie z.B. Schwermetalle in das Dämmmaterial gelangen.

Um Zellulosefasern pilz- und schädlingsresistent zu machen, wird einigen Dämmstoffen Borsalz in unterschiedlicher Dosierung beigemengt, gleichzeitig können dadurch die Brandschutzklassen B1 (schwer entflammbar) oder B2 (normalentflammbar) erreicht werden. Zellulose brennt schlecht und schmilzt nicht. Sogar bei 1200°C verkohlt der Stoff nur langsam und erlischt sofort nach dem Entfernen der Flamme, der Dämmstoff gibt keine giftigen Gase ab. Dadurch verringert sich die Rauchentwicklung, was zur Erhöhung der Sicherheit im Brandfall beiträgt.

Zellulosefasern sind sorptionsfähig (»Sorption« = »Aufnahme eines Gases oder gelösten Stoffes durch einen anderen festen oder flüssigen Stoff«), hygroskopisch und kapillar leitfähig. Es ist eine organische Substanz, die Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann. Zellulose wirkt daher feuchteregulierend und sorgt für ein gesundes Raumklima. Die Rohdichte von Zellulose beträgt ca. 35 bis 75 kg/m³, das Material wird der Baustoffklasse B1 oder B2 zugeordnet. Die Wärmeleitfähigkeit LambdaR liegt zwischen 0,04 und 0,05 W/(m*K), die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl liegt zwischen 1 und 2. Zellulose verhält sich sehr ähnlich wie Holz, d.h. es arbeitet genauso in allen Richtungen und Feuchtezuständen feuchteausgleichend, schafft so ein sehr angenehmes Raumklima und ist natürlich auch feuchtepuffernd.

Bei der Verarbeitung wird der Dämmstoff maschinell in Dach- (als Zwischensparrendämmung), Wand- (Gefachdämmung) und auch in Fußbodenkonstruktionen (zwischen Holzbalken) eingeblasen bzw. in feuchtem Zustand eingesprüht. Bedingt durch die für diesen Einbau erforderlichen Geräte und die erhöhte Qualifikation des Personals wird eine Verarbeitung von Zellulosedämmstoffen in Eigenleistung nur in den wenigsten Ausnahmefällen sinnvoll sein. Jeder Bauherr ist daher gut beraten, eine qualifizierte Fachfirma zu beauftragen, die diese Dämmung einbaut. Daraus ergibt sich gleichzeitig der Vorteil, dass diese Firma eine entsprechende Gewährleistung übernimmt.

Bei der Planung und der Ausführung ist darauf zu achten, dass das Zellulosefasermaterial später (im Gebrauchszustand) wirksam vor Feuchtigkeitszutritt geschützt wird, da ansonsten die Gefahr der Auswaschung der Borsalze besteht. Gerade bei der im Zusammenhang mit diesem Dämmstoff bevorzugten diffusionsoffenen Leichtbauweise kann dies durch konstruktive Maßnahmen realisiert werden.

Zellulosefasern sind besonders vorteilhaft zur Dämmung von:

Holzbalkendecken,
Nagelbrettbinder-Konstruktionen,
• Einsatz auf der obersten (nicht begehbaren) Geschossdecke,
Dachkonstruktionen im Neu- und Altbau,
• Fußbodendämmung,
• Innenwandämmung.

siehe auch:
- Borsalz
- Foamglas
- Glaswolle
- Hanf
- Mineralwolle
- Perlite
- Porenbeton
- Steinwolle
- Vermiculite