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Verbau

Die Baugrundstücke werden aufgrund der hohen Grundstückspreise immer kleiner, in Innenstadtlagen erfolgt häufig eine unmittelbare Bebauung an einer Grundstücksgrenze oder einer Straße. Um die Geschosse unterhalb des Erdgeschosses (also Kellergeschosse und/oder Tiefgaragen) einschließlich deren Gründung (Fundamente) herstellen zu können, werden zur Sicherung des seitlich anstehenden Erdreichs, welches nicht abgegraben werden kann, entsprechende Hangsicherungen erforderlich. Eine solche Hangsicherung bezeichnet man im Fachjargon als Verbau. Ein Verbau zählt zur Gruppe der Stützbauwerke.

 

Ein Verbau stellt damit eine Baugrubensicherung dar, die immer dann erforderlich wird, wenn beim Ausheben des Bodens die Gefahr des Nachrutschens oder das Einstürzen des seitlich anstehenden Erdreichs besteht. Nach den Unfallverhütungsvorschriften sind beispielsweise im Kanalbau Geländesprünge über 1,25 m Höhe grundsätzlich mit einer Baugrubensicherung auszuführen. In bestimmten Situationen kann jedoch diese Tiefe auch kleiner sein (z. B. bei Sandböden), aber auch deutlich höher (z. B. bei anstehendem Fels, der mit schwerem Gerät aus der Baugrube entfernt werden muss).

 

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich verschiedene Verbauarten entwickelt, die in bestimmten Situationen Vorteile gegenüber anderen Verbauarten aufweisen. Sind beispielsweise sehr hohe Lasten aus einem angrenzenden Gebäude oder einem steilen Hang hinter dem Verbau abzutragen, muss ein solcher Verbau naturgemäß statisch wesentlich höher belastbar sein als ein Verbau, der beispielsweise auf einer freien Fläche zur Herstellung eines Schachtbauwerks von geringer Tiefe, jedoch mit anstehendem Grundwasser ausgeführt wird. Zu unterscheiden sind daher Verbauten für:

 

  • wasserdichte Baugruben,
  • sehr tiefe Baugruben mit oder ohne Anforderungen an die Wasserdurchlässigkeit,
  • statisch hoch belastbare Baugruben,
  • einfache Baugruben z. B. für Kanalbau,
  • Baugruben im Bereich von wenig tragfähigem Baugrund mit zusätzlichen Ankerlagen,
  • Baugruben, die im Endzustand Teil des Gebäudes werden (z. B. hinterschnittene Bohrpfahlwände, die im Endzustand die Außenwände eines Kellers oder einer Tiefgarage darstellen).

 

Die wichtigsten Verbauarten sind:

 

 

wobei auch Kombinationen oder Varianten dieser Systeme möglich sind. Zur Vergrößerung der Verbautiefe können Verbauten auch zusätzlich über spezielle Ankersysteme, die ins rückwärtige Erdreich gebohrt und dort verpresst werden, mehrfach abgestützt werden, sodass in Sonderfällen auch wasserdichte Baugrubentiefen von 20 m und mehr möglich sind, wie dies seinerzeit beispielsweise beim Neubau der Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin erfolgreich durchgeführt worden ist.

 

Grundsätzlich darf ein Verbau nur auf der Grundlage einer entsprechenden statischen Berechnung ausgeführt werden, völlig unqualifizierte Bastellösungen (vgl. Abbildung, dort mittlere Bilder) werden im Falle eines Falles schnell zur tödlichen Gefahr.

 

siehe auch: