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Trägerbohlwand

Bei günstigen Baugrundverhältnissen (z.B. kein anstehendes Grundwasser) wird aus wirtschaftlichen Gründen in der Regel eine »Trägerbohlwand« zur Herstellung einer Baugrube ausgeführt. Die Trägerbohlwand wird gemeinhin auch als »Berliner Verbau« bezeichnet. Ein solcher Verbau besteht aus senkrechten Traggliedern aus Stahlprofilen, die in einem Abstand von etwa 1 bis 3 m in die Erde gerammt oder gepresst werden, und den horizontalen Ausfachungen aus Holzbalken, deren Dicke sich nach der statischen Belastung richtet.

In der ursprünglichen Form, die beim Bau der Berliner U-Bahn in den Jahren um die Jahrhundertwende entwickelt wurde, handelte es sich um gerammte -Träger mit dazwischen eingekeilten Holzbohlen. Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und die hervorragende Anpassungsfähigkeit an örtliche Gegebenheiten haben bis zum heutigen Tag eine Vielzahl von Abwandlungen entstehen lassen.

An Stelle der quer zur Stegachse verhältnismäßig weichen und daher leicht verlaufenden (d.h. beim Einbau seitlich unkontrolliert ausweichenden) -Profile werden vielfach „normale“ IPB-Profile speziell entwickelte Spundwandprofile in das Erdreich eingerammt oder mit einem Schwingbär eingerüttelt. Wenn die beim Rammen entstehenden Erschütterungen und Geräusche vermieden werden sollen oder wenn im Untergrund harte Schichten anstehen, die sich nicht durchrammen lassen, kann es zweckmäßig sein, die Bohlträger in vorgebohrte Löcher zu setzen und am Fuß zur Erreichung der Stabilität dann auszubetonieren oder das Bohrloch anderweitig zu verfüllen. In diesem Falle können nicht rammfähige Profile verwendet werden, z.B. auch doppelte -Profile. Der verbleibende Raum zwischen Träger und Bohrlochwand wird mit Kalkmörtel, Magerbeton oder auch mit sandigem Material verfüllt. Muss der Verbauträger später größere Vertikalkräfte aufnehmen, dann wird dieser im Bohrloch um ein entsprechendes Maß unter die Baugrubensohle gerammt, mit einer Fußplatte versehen oder einbetoniert. Auch das Einrammen des Trägers in einen zuvor in das Bohrloch eingefüllten Frischbeton-Pfropfen hat sich als zweckmäßig herausgestellt, wobei diese Ausführung dann der einer Bohrpfahllösung ähnelt.

Besonders zahlreich sind die Möglichkeiten, die Wand zwischen den Bohlträgern zu verkleiden. Es gibt kaum ein Material, das dafür nicht schon verwendet worden wäre: Holzbohlen, Kantholz, Eisenbahnschwellen, Rundholz, Kanaldielen, IPB-Träger, Stahlbeton und Spritzbeton. Auch großformatige Stahlverbauplatten sind schon eingesetzt worden. Die Einzelteile der Ausfachung müssen so lang sein, dass sie auf jeder Seite mindestens auf einem Fünftel der Flanschbreite des Bohlträgers aufliegen. Sie sind im Allgemeinen mit Keilen oder anderen gleichwertigen Mitteln fest und unverschiebbar gegen den Boden zu pressen. Mit dem Einbringen ist spätestens zu beginnen, wenn eine Aushubtiefe von 1,25 m erreicht ist. Der Einbau der weiteren Ausfachung darf hinter dem Aushub im Allgemeinen nur 0,50 m, bei steifen oder halbfesten Böden (z.B. bei Mergel) höchstens 1,0 m zurück sein. Bei wenig standfesten Böden, z.B. bei locker gelagertem, einkörnigem, trockenem Sand, bei sandfreiem Kies und bei Bodenarten, die etwas zum Fließen neigen, kann es erforderlich sein, die Höhe der Abschachtung auf die Höhe der Einzelteile der Ausfachung zu beschränken.

siehe auch:
- Berliner Verbau
- Berme
- Bohrpfahlwand
- Grabenformen
- Gurtung
- HDI
- Pfahlwand
- Spundbohle
- Spundwand
- Spundwandverankerung
- Tangierende Wand
- Überschnittene Wand
- Verbau