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Zementestrich

Der am häufigsten zum Einsatz kommende Estrich ist wohl der »Zementestrich«, was wohl mit seinen relativ geringeren Kosten gegenüber den anderen Estricharten in Verbindung steht. Zementestrich besteht aus dem Bindemittel Zement (meist Portlandzement CEM I 32,5 R), dem gemischtkörnigen Zuschlag sowie Zugabewasser. Der Zuschlag besteht aus Sand, wobei die Korngruppe von der Dicke des Estrichs abhängt, die in der Regel 4 bis 5 cm beträgt. Bei einer Estrichdicke bis 4 cm wird Sand der Korngruppe 0/8 mm (Kleinstkorn > 0 mm, Größtkorn maximal 8 mm im Durchmesser) verwendet, bei größeren Dicke Kies mit der Korngruppe 0/16. Um de Verarbeitbarkeit zu verbessern, können geeignete Zusätze beigemischt werden. Wird als Zuschlag Hartstoff verwendet, bezeichnet man den daraus hergestellten Estrich als zementgebundenen Hartstoffestrich. Auch eine Herstellung als Fließestrich ist möglich.

Der Mörtel wird mit wenig Wasser angesetzt, wodurch sich ein plastischer Mörtel ergibt. Die Oberflächenbehandlung erfolgt durch Fluatierung (Härten mit Fluorosilkaten), Imprägnierung, Versiegelung oder Beschichtung. Die Erhärtung dauert Wochen. In dieser Zeit kommt es zu einer Volumenverringerung (Schwinden) des Zements. Zementestrich ist ein dauerhafter, wasserundurchlässiger Estrich für alle Ausführungsarten.

Eine Begehbarkeit des frischen Estrichs ist frühestens nach 3 Tagen möglich, nach 7 Tagen kann der Estrich leicht belastet werden und nach 21 Tagen ist eine volle Beanspruchung möglich. Der Erhärtungsvorgang muss zugfrei und bei möglichst geringen Temperaturschwankungen erfolgen, deshalb sind sämtliche Fenster und Türen des Rohbaus vor dem Einbau zumindest mit Baufolie dicht zu verschließen.

Da sich durch die plastischen Eigenschaften und das Schwinden des Zementestrichs meist keine exakt ebenen Oberflächen erzeugen lassen, werden Zementestriche nach dem Abbinden meist mit einer Ausgleichsmasse eingeebnet. Durch die Ausgleichsmasse und den Fußbodenbelag, der oben aufgelegt wird, spielen eventuell vorhandene gesundheitsgefährdende Stoffe (z.B. Restmonomere) eine untergeordnete Rolle. Dennoch sollten prinzipiell Estriche ohne oder mit möglichst wenigen Zusatzstoffen und Hilfsstoffen eingesetzt werden.

Einen Terrazzo erhält man, wenn als Zuschlag entsprechende Natursteinkörnungen verwendet und die Oberfläche nach dem Erhärten geschliffen wird.

siehe auch:
- Anhydritestrich
- CEM
- Estrich
- Estrichmörtel
- Gussasphaltestrich
- Heizestrich
- Portlandzement
- Schwimmender Estrich
- Trockenestrich
- Verbundestrich