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Sturz

Öffnungen in Wänden für Türen oder Fenster müssen eine statisch tragende Überdeckung erhalten. Diese Überdeckung wird dabei als »Sturz« bezeichnet. Stürze können aus Stahlbeton in Ortbeton oder aus Stahlbetonfertigteilen hergestellt werden, es besteht aber auch die Möglichkeit, einen oder mehrere nebeneinander liegende Stahlträger anzuordnen. Stürze können waagerecht (scheitrecht) ausgebildet werden oder auch die verschiedenen Bogenformen wie Rund-, Segment-, Korb- oder Spitzbogen aufweisen. In jedem Falle können Stürze nur nach einer statischen Berechnung, die durch einen Bauingenieur erstellt wird, ausgeführt werden.

Die Breite eines Sturzes ist in der Regel identisch mit der Breite der Wand, auf der dieser ablastet. Bei Stahlbetonstürzen richtet sich die Sturzhöhe (Balkenhöhe) im Idealfall nach der Schichthöhe des Mauerwerks (z.B. Balkenhöhe 24 cm bei Steinen mit einer Höhe von 24 cm), wenn nicht aus statischen Gründen (bei hoher Belastung und/oder größerer Spannweite) eine größere Balkenhöhe erforderlich wird. Wird als Sturz ein Stahlbetonfertigteil vorgesehen, ist darauf zu achten, dass infolge der statisch erforderlichen Bewehrung, die im Normalfall auf der Unterseite größer ist als oben, dieser mit der richtigen Seite nach unten eingebaut wird. Dazu muss der Sturz bereits im Werk entsprechend gekennzeichnet werden.

Die sogenannten Flachstürze, die für geringere Stützweiten und kleinere Belastungen ausgelegt sind, bestehen aus U-förmigen Schalen (meist aus Ton gebrannt, aber auch aus Kalksandstein), die ebenfalls bereits im Werk hergestellt und bewehrt werden und dort den Betonkern erhalten. Das Material der U-Schalen sollte dabei dem Material des Mauerwerks der Wand entsprechen. Nach dem Einbau dieser Flachstürze müssen diese zur Erzielung der endgültigen Tragfähigkeit eine entsprechende Übermauerung mit den dazu vorgesehenen Mauersteinen erhalten. Ein Fertigsturz muss an jedem Auflager mindestens 11,5 cm aufliegen. Bis zur vollen Tragfähigkeit, die frühestens nach 7 Tagen erreicht wird, ist bei einer Stützweite von mehr als 1,25 m eine mittige Montageunterstützung einzubauen, bei Stützweiten ab 2,50 m sind mindestens 2 Unterstützungen erforderlich. Je nach System ist die maximale Stützweite auf 2,67 m begrenzt. Auch die Verwendung eines Flachsturzes ist grundsätzlich nur nach einer entsprechenden statischen Berechnung möglich, in der auch der Querschnitt sowie die notwendige Übermauerung ermittelt und angegeben wird. Eine bauseitige Änderung, die ohne Wissen und Zustimmung des Tragwerksplaners (Statikers) erfolgt, geht im Schadensfalle in jedem Falle zu Lasten desjenigen, der diesen Sturz eingebaut hat.

siehe auch:
- Bogen
- Ringanker
- Scheitrechter Bogen
- Schwibbogen
- Unterzug
- U-Schalen
- Ziegelflachstürze
- Ziegelschalen