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WU-Beton

Die in Fachkreisen allgemein gebräuchliche Bezeichnung »WU-Beton« steht für »Wasserundurchlässiger Beton«. Bei sehr vielen Bauwerken des Ingenieurbaus (z.B. Stau- und Kaimauern, Schleusen, Kanalauskleidungen, Wasserbehälter und -türme, Klär- und Schwimmbecken, Tunnel und Rohrleitungen) und bei Kellern und Tiefgaragen von Gebäuden, die tiefer in das Erdreich einbinden als der mögliche oder tatsächliche Grundwasserspiegel ist, wird die Verwendung eines WU-Betons erforderlich, um die Gebrauchsfähigkeit dieser Bauwerke und Gebäude dauerhaft sicherzustellen. Solch ein Beton wird nach DIN 1045-1 auch als »Beton mit besonderen Eigenschaften« bezeichnet, die allgemein gebrauchte Abkürzung hierfür laut „WU-Beton“. Besonders bekannt ist die »Weiße Wanne« aus WU-Beton, dabei übernimmt die Stahlbetonkonstruktion die abdichtende Funktion des im Wasser stehenden Kellers. Der Beton erfüllt hierbei außer der statisch tragenden Funktion auch die abdichtende Aufgabe. Arbeits- und Dehnfugen müssen sicher und dauerhaft gegen Wassereintritt hergestellt werden.

Als wasserundurchlässig wird ein Beton bezeichnet, der so dicht ist, dass die größte Wassereindringtiefe bei der Prüfung nach DIN 1048-1 (Mittel von 3 Probekörpern) 50 mm nicht überschreitet, dabei darf der W/Z-Wert (Wasserzementwert) den Wert von 0,60, bei dickeren Bauteilen 0,70 nicht überschreiten. Im allgemeinen ergeben sich Wassereindringtiefen von nur 10 bis 20 mm. WU-Beton ist je nach Zusammensetzung und verwendetem Zuschlag auch widerstandsfähig gegen Frost, Einwirkungen von Taumitteln und schwachen chemischen Angriffen nach DIN 4030.

Die Herstellung eines wasserundurchlässigen Betons erfordert besondere Sorgfalt und Sachkenntnisse und ist daher in jedem Falle nur durch Personen planen bzw. herzustellen, die mit dieser Thematik bestens vertraut sind. Sowohl die Erstellung der Betonrezeptur als auch die Überwachung der Herstellung erfolgt in der Regel durch einen hochqualifizierten Bauingenieur. Deshalb gelten auch bei den geringeren Festigkeitsklassen als B 35 in der Regel die Bedingungen für Beton B II. Um bei kleineren Bauvorhaben auch ohne Eignungsprüfung und den sonstigen Aufwand für Beton B II auskommen zu können, darf wasserundurchlässiger Beton geringerer Festigkeitsklasse als C 30/37 (früher B 35) unter bestimmten Voraussetzungen auch als Beton B I hergestellt und verarbeitet werden (erhöhter Mindestzementgehalt bei Betonzuschlag 0/16 mm 370 kg/m³, bei Betonzuschlag 0/32 mm 350 kg/m³, Sieblinie im günstigen Bereich, d.h. im Sieblinienbereich 3 (A/B)).

siehe auch:
- Beton
- Dränage
- Expositionsklassen
- KMB
- Kornformen
- Lunker
- Nachbehandlung von Beton
- Opus Caementitium
- Schwarze Wanne
- W/Z-Wert
- Weiße Wanne