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Pressfuge

In vielen Fällen ist es nicht möglich, Stahlbetonbauteile (z.B. große Deckenfelder oder Bodenplatten) in einem Arbeitsgang zu betonieren, wenn beispielsweise entweder die Flächen zu groß sind oder verwinkelte Bauteile mit Höhen- oder Dickensprüngen wegen der dazu erforderlichen Schalung in einem Bauwerk dies behindern. Diese Arbeitsfugen, die durch das gegeneinander betonieren zweier Betonierabschnitte entstehen, werden auch als »Pressfugen«, vereinzelt auch als »Knirschfugen« bezeichnet. Pressfugen durchtrennen damit Bodenplatten oder Decken in ganzer Dicke. Wird die seitliche Schalung des ersten Betonierabschnitts dabei glatt ausgeführt (z.B. in Form einer Stahlschalung) und keine weitere Verzahnung durch spezielle Verdübelungen oder eine entsprechende Bewehrung vorgesehen, können sich die aneinander betonierten Betonbauteile zumindest in vertikaler Richtung nahezu ungehindert gegeneinander bewegen. Um dies zu vermeiden, sind Pressfugen zumindest mit möglichst rauer Oberfläche, die z.B. durch das Einlegen von Profilleisten (Nut- und Feder) in die Schalung des ersten Betonierabschnitts erreicht wird, herzustellen. Sind weitergehende statisch-konstruktive Anforderungen zu erfüllen, sind zusätzliche Dübel oder eine durchgehende Fugenbewehrung (mindestens einlagig, besser jedoch oben und unten) vorzusehen. An der Press- oder Knirschfuge kann ein Haarriss entstehen, der später beispielsweise mit Epoxydharz kraftschlüssig geschlossen werden sollte, um das Eindringen von Wasser in den Beton zu verhindern.

Der obere Bereich einer Pressfuge muss im Gegensatz zu den Scheinfugen nicht geschnitten werden. Sollen jedoch ästhetische Belange eingehalten werden, sollte dies dennoch erfolgen, um einen unkontrollierten Rissverlauf zu verhindern. Pressfugen brauchen nicht zwingend verfüllt zu werden. Wird jedoch aus betrieblichen Gründen ein Schließen erforderlich, muss eine solche Fuge durch einen Nachschnitt von 8 mm Breite und einer Tiefe von 25 mm vergrößert werden, um anschließend diese Fuge durch ein bauaufsichtlich zugelassenes System (z.B. Dichtungsband oder Fugenvergussmasse) zu schließen. Die Herstellervorgaben für ein solches Fugenverschlusssystem sind bei der Ausführung zu beachten.

Eine Verdübelung ist dann erforderlich, wenn die Pressfugen einen Abstand von über 8 bis 10 m aufweisen und Einzellasten über 40 kN (= 4 t) auftreten oder die Dicke der Platte weniger als 18 cm beträgt.

siehe auch:
- Arbeitsfugen
- Bewegungsfugen
- Dehnungsfuge
- Fugen
- Klappeisen
- Scheinfugen