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Baugrund

Die Gründung eines jeden Gebäudes und Bauwerks muss auf dem natürlich gewachsenen Boden, dem Baugrund, erfolgen. Böden unterscheiden sich nach ihren stofflichen Bestandteilen in organische und anorganische Böden, Mischformen dieser Bodenarten sind innerhalb eines Baugrundstücks ebenfalls möglich. Böden sind Gemische aus Mineralkörnern verschiedener Formen und Größen sowie organischen Teilchen. In manchen Fällen besteht der Baugrund auch aus einem felsigen Untergrund oder aus einer Mischung von Fels und Erdreich.

 

Bei der Errichtung von Bauwerken muss das Tragverhalten des Baugrunds durch den Tragwerksplaner berücksichtigt werden. Wegen des unterschiedlichen Verhaltens der verschiedenen Bodenarten bei Belastung durch das geplante Gebäude wird nach DIN 1054 weiterhin zwischen gewachsenem Boden, Fels (und Unterarten davon wie z. B. Faulfels) und aufgeschüttetem Boden unterschieden. Das Tragverhalten des Baugrunds wird wesentlich dadurch beeinflusst, ob es sich um einen bindigen oder nichtbindigen Boden handelt, da bindiger Boden durch Wasserzutritt deutlich an Tragfähigkeit verliert, nichtbindiger Boden dagegen auch bei Wasserzufuhr hinsichtlich seiner Tragfähigkeit relativ unempfindlich ist.

 

Nichtbinder Boden besteht aus Körnern unterschiedlicher Größe, die sich gegenseitig berühren, wie dies beispielsweise bei Sand oder Kies der Fall ist. Der nichtbindige Boden ist nicht in der Lage, Wasser zu speichern, die zwischen den Körnern auftretende Reibung, die für die Tragfähigkeit des Bodens von wesentlicher Bedeutung ist, wird kaum beeinflusst. Da nichtbindige Böden auch bei Wasserzufuhr (aus Grundwasser, Regen oder Schnee) nicht aufweichen, ist ihre Tragfähigkeit nicht von der Bodenfeuchtigkeit, sondern nur von der Dichte der Lagerung abhängig.

 

Bindiger Boden besteht aus Schluff (auch als Lehm bekannt) und Ton mit plättchenartigem Aufbau (Tonplättchen). Durch die Beschaffenheit der Oberfläche der Tonplättchen kann bindiger Boden Wasser aufnehmen und auch speichern. Allseits bekannt ist, dass ein solcher Boden dazu neigt, schlammig zu werden. Die Oberfläche dieser Tonplättchen weicht auf, die Reibung zwischen den Plättchen wird deutlich verringert, die Konsistenz verändert sich von fest zu weich, die Tragfähigkeit sinkt dadurch teils dramatisch, im ungünstigsten Fall ist keinerlei Tragfähigkeit mehr vorhanden, eine Bebauung damit im schlammigen Baugrund nicht möglich. Trocknet ein bindiger Boden wieder ab, wird die Tragfähigkeit durch die zunehmende Reibung zwischen den Tonplättchen wieder deutlich besser, bei vollständig ausgetrocknetem Boden ist dieser sehr fest und relativ hoch tragfähig. Dies verdeutlicht, dass ein bindiger Boden als Baugrund vergleichsweise ungeeignet ist, da sich das aufstehende Bauwerk permanent in Bewegung befindet und Bauschäden damit kaum zu vermeiden sind.

 

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