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Scheinfugen

»Scheinfugen« sind, wie die Bezeichnung bereits andeutet, keine echten Fugen. Sie werden z.B. in großflächigen Betonböden meist nachträglich eingeschnitten, in größeren Betonwandflächen werden diese durch in die Schalung eingelegte Dreikant- oder Trapezleisten bereits im frischen Beton profiliert. Sie haben den Zweck, den Verlauf möglicher auftretender Risse im Beton durch die gezielte Schwächung des Querschnitts vorzugeben. Damit wird bewirkt, dass die in jedem Beton (und auch in anderen mineralischen Baustoffen) vorhandene Rissbildung infolge des immer auftretenden Schwindvorgangs möglichst gleichmäßig stattfinden kann und keine unregelmäßigen Rissbilder in den Betonoberflächen auftreten. Risse treten in der Regel dort auf, an der der Querschnitt geschwächt ist oder an einem Querschnittssprung, wie z.B. am Übergang von einem dünneren und einem dickern Querschnitt oder dort, wo durch ein in der Wand eingebautes Rohr der Querschnitt per se bereits geschwächt ist.

Scheinfugen werden an Stellen angeordnet, an denen beim Auftreten hoher Spannungen der Beton reißen soll („Sollrissstelle“). Deshalb durchtrennen sie den Betonquerschnitt teilweise (bis zu einem Drittel des Betonquerschnitts). Konzipiert sind sie für den gezielten Abbau der Betonspannungen während des Abbinde- und Erhärtungsvorgangs infolge Temperaturabnahme (Hydratationswärme) und Betonschwindens (Volumenverringerung des Betons). Die Bewehrung ist ganz oder teilweise durchlaufend. Die Querschnittsschwächung an der Scheinfuge wird durch Einlegen von Profilen (Sollbruchstellenprofile) oder durch frühzeitiges Einschneiden des Betons erzielt. Je nach Ausbildung der Scheinfuge können Querkräfte auch nach dem Reißen des Betons in der Fuge übertragen werden. Scheinfugen werden auch Sollbruchstellen oder Sollrissstellen genannt.

sehe auch:
- Arbeitsfugen
- Bewegungsfugen
- Dehnungsfuge
- Dilatationsfuge
- Fugen
- Scheinfugen
- Schrumpfen
- Schwinden
- Verformungen