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Duroplaste

»Duroplaste« sind Kunststoffe, die sich in ausgehärtetem Zustand auch bei stärkerer Erwärmung nicht mehr erweichen oder schmelzen lassen. Sie bestehen aus Makromolekülen, die in der Regel durch Polykondensation aus verschiedenen Vorprodukten gebildet werden. Die Makromoleküle haben bei den Duroplasten raumnetzartige Gestalt (vgl. Abb.).

Die in der Regel flüssig angelieferten Vorprodukte, z.B. Phenol und Formaldehyd, verbinden sich unter Einwirkung von Wärme, Druck oder chemischen, als Härter bezeichneten Mitteln, zu Duroplasten. Dieser Aushärtungsvorgang kann unterbrochen, aber nicht mehr rückgängig gemacht werden. Nicht ganz ausgehärtete Duroplaste sind meist noch löslich oder verschmelzbar. Der Aushärtungsvorgang kann wieder in Gang gesetzt und bis zur vollständigen Erhärtung weitergeführt werden.

Die Eigenschaften der duroplastischen Kunstharze können durch beimischen von Füllstoffen, wie z.B. Gesteinsmehl oder Textilschnitzel, für die verschiedensten Zwecke abgewandelt werden. Sie lassen sich spanend bearbeiten. Man kann sie kleben und aufschäumen, aber nicht schweißen. Nicht vollständig ausgehärtete Kunstharze können in Formpressen spanlos geformt und ausgehärtet werden.

Die wichtigsten duroplastischen Kunststoffe sind die Phenolharze, die Harnstoff- und Melaninharze, die Epoxidharze, die ungesättigten Polyesterharze und die Polyurethane

Durch die entsprechende chemische Zusammensetzung und das Herstellungsverfahren des Kunststoffes, durch Mischen verschiedener Kunststoffe oder durch Zugabe bestimmter Stoffe (Additive), z.B. Weichmacher, lässt sich fast jede gewünschte Eigenschaft erzielen. Die Kunststoffe sind deshalb den natürlichen Werkstoffen gleichwertig, oft sogar überlegen.

Bei der Verarbeitung von noch nicht ausgehärteten Duroplasten und Härtern sind gesundheitliche Risiken nicht auszuschließen. Zu diesem Thema finden Sie unter dem Stichwort »Epoxidharz« weitere Hinweise.

Quelle (teilweise): Bautrechnik, Fachkunde Bau; Europa-Lehrmittel, 9. Auflage 2001

siehe auch:
- Elastomere
- Epoxidharz
- EPS
- Foamglas
- Melaminharz
- Polymerbeton
- PUR
- Thermoplaste
- WDVS
- XPS