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Bauingenieur

»Bauingenieur« ist die Berufsbezeichnung für einen an einer technischen Hochschule (TH), technischen Universität (TU) oder einer Fachhochschule (FH) ausgebildeten Baufachmann, welcher auf die Lösung bautechnischer Probleme, die Erstellung von statische Berechnungen für Bauwerke aller Art (Häuser, Staudämme, Brücken, Türme, Becken für Kläranlagen usw.) sowie die Bauleitung all dieser Bauwerke spezialisiert ist. Technische Innovationen im Bauwesen sind nur durch hochqaulifizierte Bauingenieure möglich, die Teflonbeschichtung beispielsweise wurde erstmals durch den bedeutenden Bauingenieur Fritz Leonhardt im Brückenbau im Bereich der Lager eingesetzt, der Computer vom Bauingenieur Konrad Zuse in den 20er Jahren erfunden usw.

Der Bauingenieur berechnet und prüft die von Architekten oder bauvorlageberechtigten Bauingenieuren ausgearbeiteten Projekte auf ihre technische Machbarkeit nach den Regeln der Baukunst. Im Brücken- und Ingenieurbau entwirft der Bauingenieur zusätzlich auch diese Bauwerke, entgegen landläufiger Meinung wird im Brückenbau nur im absoluten Ausnahmefall ein Architekt hinzugezogen. Durch sein breit gefächertes Grundlagenstudium ist der Bauingenieur par Excellenze der Baufachmann für alle anstehenden Fragen im Bauwesen. Durch die zunehmend komplexer werdenden Bauverfahren und Baustoffe ist jedoch eine Spezialisierung im Berufsleben erforderlich. Es sind folgende Spezialisierungen möglich (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

• Konstruktiver Ingenieurbau (dazu zählen auch die Tragwerksplaner, besser als »Statiker« bekannt),
Wasserbau (gemeinhin als »Tiefbau« bekannt; z.B. Planung von Kanalisationen, Kläranlagen usw.),
• Baubetrieb (z.B. sind dies meist die Bauleiter),
Geotechnik (Baugrundsachverständige benötigen diese Ausbildung),
Bauphysik (z.B. Beurteilung der Schallübertragung zwischen Bauteilen, Energieeinsparung usw.),
Straßen- und Verkehrswesen einschließlich Eisenbahnbau,
• Verfahrenstechnik (z.B. Betontechnologen),
Baubiologie,
• Bauchemie.

Im Zuge des Bologna-Prozesses werden die bisherigen und seit Jahrzehnten bekannten Diplome von Hoch- oder Fachhochschulen zukünftig nicht mehr verliehen. Innerhalb der EU hat man sich darauf geeinigt, nach einem erfolgreichen Studium vergleichbare akademische Abschlüsse zu verleihen. Dazu hat man sich auf das angelsächsische System geeinigt, so dass die akademischen Abschlüsse auch entsprechend deren Terminologie folgen. Der erste berufsqualifizierende Abschluss für den zukünftigen Bauingenieur ist dabei der »Bachelor of Science« oder »Bachelor of Engineering«, wobei dieser Abschluss aber etwas unterhalb des Niveaus des bisherigen Fachhochschuldiploms angesiedelt ist. Darauf aufbauend und nach dem Besuch von mindestens zwei, in vielen Fällen auch vier weiteren Semestern an der Fachhochschule oder Universität wird der Master-Titel verliehen. Die überwiegende Zahl der Bauingenieure wird sich danach dann als »Master of Science« oder »Master of Engineering« bezeichnen. Die Master-Abschlüsse aller Fakultäten sind dabei gleichgestellt und berechtigen dazu, anschließend eine Promotion anzugehen. Der Diplomingenieur (FH) oder Diplomingenieur wird langfristig aus dem Sprachgebrauch verschwinden.

siehe auch:
- Bauleiter
- Baugrundsachverständiger
- Bauleiter
- Baumeister
- Bauphysiker
- Bautechnische Nachweise
- Beratender Ingenieur
- Coulomb
- Galileo Galilei
- Gilde
- Ingenieur
- M.Eng.
- Newton, Isaac
- Oberbauleiter
- Pascal
- QS
- Statik
- Prüfingenieur für Baustatik
- Tragwerksplanung
- Vier-Augen-Prinzip
- Vitruv
- Zunft
- Zuse, Konrad