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Deponie

Eine »Deponie« (zu lateinisch »deponere« = »niederlegen«) ist eine Anlage, in der Abfälle endgültig und kontrolliert abgelagert werden. Deponien dienen zur Beseitigung von Hausmüll, hausmüllähnlichem Gewerbeabfall, Erdaushub einschließlich Bauabfällen, zur Entsorgung von kommunalem Klärschlamm und auch zur Lagerung von Sondermüll. Abfälle sind Gegenstände, die ihre Gebrauchseigenschaften verloren haben, wobei der Verlust dieser Eigenschaften durch den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Gegenstände erfolgt. Viele Gegenstände können auch nach Gebrauch noch einer sinnvollen Wiederverwertung zugeführt werden, z.B. Altmetall von Autos usw.; solche Stoffe gehören daher nicht auf die Deponie. Für die Ablagerung der Abfälle in einer Deponie wird grundsätzlich eine Genehmigung benötigt.

Ob abgenutzte Gebrauchsgegenstände als Abfall über den Mülleimer auf einer Deponie landen, hängt in hohem Maße von den individuellen Gewohnheiten und Einsichten des Einzelnen ab. Es entscheidet also jeder Einzelne für sich, ob ein Produkt zum Abfall wird oder nicht, objektive Maßstäbe können daher nicht angesetzt werden. Der Gesetzgeber hat dies erkannt und dies in bestem Juristendeutsch im deutschen Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz wie folgt formuliert: »Abfälle sind bewegliche Sachen«, (...) deren sich ihr Besitzer entledigen will oder muss«. Die »beweglichen Sachen« sind in einem Anhang des genannten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes aufgelistet und dort näher beschrieben.

Man unterscheidet folgende Typen von Deponien:

Inertstoffdeponien
Material, das zu 95 % aus gesteinsähnlichen Materialien zusammengesetzt ist (z.B. Aushub, Bauschutt, Eternit usw.), wird auf einer Inertstoffdeponie eingelagert. Das Material darf nur leicht verschmutzt sein und keine Gitstoffe enthalten. Da nur maximal 5 % organische Anteile (Gras, Wurzeln usw.) enthalten sein dürfen, ist keine Abdichtung der Deponie nötig. Das Sickerwasser muss nicht behandelt werden, es entsteht kein Faulgas.

• Reststoffdeponien
In Reststoffdeponien wird gesteinsähnliches Material (auch Schlacke aus Kehrichtverbrennungsanlagen) mit mäßigem Verschmutzungsgrad abgelagert. Auf diesen Deponien werden keine Gase oder leicht wasserlösliche Stoffe beim Kontakt mit anderen Reststoffen, Wasser oder Luft gebildet. Diese Deponien sind nach unten abgedichtet, das Sickerwasser wird aufgefangen und in einen Vorfluter (Fluss, Bach) eingeleitet. Das Sickerwasser wird regelmäßig auf den Schadstoffgehalt hin überprüft.

• Reaktordeponie
Reaktordeponien sind Deponien, in denen chemische Umwandlungsprozesse stattfinden. Es entstehen Deponiegase, Schadstoffe könnten ausgeschwemmt werden, deshalb sind diese Deponien nach unten und zur Seite hin abgedichtet. Das Sickerwasser wird aufgefangen und gereinigt. Wenn Reaktordeponien gefüllt sind, werden sie auch nach oben hin abgedichtet, das entstehende Deponiegas wird aufgefangen und kann zur Energieproduktion (Wärme, Strom) genutzt werden. Dieser Deponietyp verliert zunehmend an Bedeutung, da seit dem 1. Januar 2000 ein Deponieverbot für brennbare Abfälle besteht. Seither werden diese Art Abfälle nicht mehr deponiert, sondern in Abfallverbrennungsanlagen verbrannt. Reaktordeponien werden nur noch für spezielle, nicht brennbare Abfälle (wie z.B. verschmutztes Erdreich) genutzt.

siehe auch:
- Abfall
- Abwasserreinigung
- Asbest
- Biogas
- Bauabfall - Arten
- Dränage
- Entsorgung
- FFH-Richtlinie
- Inertstoffdeponie
- Kläranlage
- Müll
- Protegohaube
- Recycling
- Schadstoffe
- Sickerwasseraufbereitung
- TRGS
- Vorfluter