Wenn der Alltag grau und eintönig ist, sollten wenigstens die eigenen vier Wände ein Ort der Erfrischung und Erholung sein. Ein bisschen »Farbe« oder frisches Weiß an den Wänden wirkt oft Wunder. Farbe ist der Eindruck, den sichtbares Licht im menschlichen Auge erzeugt. Jede Farbe entspricht einer bestimmten Wellenlänge dieses Lichts. Farben können sowohl durch Lichtquellen als auch durch reflektiertes Licht erzeugt werden. Dementsprechend lassen sie sich entweder durch ein additives oder aber durch ein subtraktives Farbmodell darstellen.
Das additive Farbmodell verwendet drei Lichtquellen in den Farben Rot, Grün und Blau (RGB-Farbmodell). Einzelne Farbtöne entstehen durch Mischen (Addieren) unterschiedlicher Anteile der drei Grundfarben. Nach diesem RGB-Modell arbeiten die Computerfarbbildschirme, deren Bildpunktfarben sich aus roten, grünen und blauen Anteilen zusammensetzen.
Das subtraktive Farbmodell berücksichtigt, wie verschiedene Substanzen das Licht reflektieren. Dabei werden nur selten alle Anteile des sichtbaren Lichts zurückgeworfen (weißes Licht). Die meisten Substanzen absorbieren bestimmte Anteile des Lichts, sodass die verbleibenden Anteile stärker zur Geltung kommen. Das subtraktive Farbmodell beruht auf den Grundfarben Cyan (Türkis), Magenta (Rosarot) und Yellow (Gelb), es heißt dementsprechend CMY-Modell. Nach dem Modell CMY arbeiten Farbdrucker (meist entsprechend der erweiterten Version CMYK).
Schon der alte Goethe wusste, dass Farben unsere Stimmungen und Empfindungen beeinflussen. Der Farbkreis ist ein wichtiges Hilfsmittel, um zu erkennen, welche Farben untereinander harmonieren. Der einfachste Farbkreis setzt sich aus den drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau und den entsprechenden Komplementärfarben Grün, Orange und Violett zusammen. Komplementäre Farben liegen sich im Farbkreis direkt gegenüber, zum Beispiel Rot und Grün. Als Grundfarbe werden solche Farben bezeichnet, die nicht durch Mischung anderer Farben erzielt werden können. Im Gegensatz dazu stehen die Komplementärfarben, die aus zwei Grundfarben gemischt werden. Durch die Mischung zweier benachbarter Farben lassen sich die Farbabstufungen weiter verfeinern und der Farbkreis nahezu beliebig erweitern.
Besonders beliebt bei der Gestaltung von Räumen sind Farbkombinationen aus einer Farbfamilie. Dabei werden zwei eng beieinander liegende Farben des Farbkreises miteinander kombiniert. Solche „Ton-in-Ton-Kombinationen“ besitzen eine beruhigende Ausstrahlung. Dagegen bezeichnet man eine Kombination von Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, als Komplementär- oder Ergänzungskontrast. Sie wirken besonders frisch und kraftvoll.
Wer sagt, er kaufe Farben in einem Farbengeschäft, redet von Farbstoffen. Wer dagegen alle Dinge aufzählt, die dieselbe Farbe haben, meint nicht den gleichen Farbstoff, sondern dasselbe Aussehen. Ganz verschiedene Materialien können die gleiche Farbe haben, wie zum Beispiel Schnee, Zucker, die Kreidefelsen auf Rügen, das Bleiweiß in Ölgemälden oder das Titanweiß des ICE. Gleich ist in diesen Fällen die Farbempfindung Weiß und nicht der Farbstoff. Die Doppeldeutigkeit des Wortes Farbe stört nicht, so lange man weiß, ob von Färbemitteln oder von Farbempfindungen die Rede ist. Farben in diesem Sinn gehören wie alle Empfindungen zu den subjektiven Wahrnehmungserlebnissen. Man muss die Menschen fragen, wenn man wissen will, welche Farben sie sehen. Erstaunlicherweise gibt es allgemein gültige und nachprüfbare Aussagen über Farbempfindungen. Ohne physikalisches und physiologisches Wissen, allein durch Beobachtung ist es möglich, zu Erkenntnissen über Farben zu gelangen, die richtig und keineswegs trivial sind.
siehe auch:
- Anstriche
- Dispersionsfarbe
- Farbechtheit
- Farbspiele
- Farbumschlag
- Komplementärfarbe
- Lasur
- Licht
- Optisches Spektrum
- Reflexion
- Regenbogen
- UV-Strahlung