Damit sich der Mensch insbesondere in der kalten Jahreszeit wohl in seinen eigenen vier Wänden fühlt, ist es erforderlich, dass das Raumklima diesen Bedürfnissen entspricht. Das Raumklima wird maßgeblich durch die Raumtemperatur, die relative Luftfeuchte und die raumseitigen Oberflächentemperaturen der wärmeübertragenden Außenbauteile bestimmt. Doch auch eine ausreichende Frischluftzufuhr ist erforderlich, denn miefige Luft stört das Wohlbefinden ebenfalls nachhaltig. Alle diese Faktoren wirken sich somit auf das Raumklima aus. Der Mensch nimmt diese Faktoren mehr oder weniger unbewusst wahr. Lediglich gesundheitsschädliche Keime, Bakterien oder auch zu magnetische Wechselfelder und Elektrosmog können ohne Messgeräte vom Menschen nicht wahrgenommen werden. Die weiteren das Raumklima beeinflussenden Faktoren sind in der beigefügten Abbildung dargestellt.
Fest steht jedenfalls, dass ein ausgeglichenes Raumklima eine Wohnung erst behaglich macht und die Wohnqualität im positiven Sinne beeinflusst. Neben einer ausreichenden Frischluftzufuhr dürfen aus den Baustoffen und Einrichtungsgegenständen keine gesundheitsschädlichen Stoffe ausgasen (z. B. Formaldehyd), auch Staubbildung ist zu vermeiden. Gerade in der kalten Jahreszeit ist zudem jeglicher Luftzug abträglich für das Wohlbefinden der Wohnungsnutzer. Deshalb ist es auch erforderlich, dass die raumseitigen Oberflächentemperaturen beispielsweise an Fenstern und Türen nur unwesentlich niedriger sind als bei den Außenwänden. Deshalb müssen die Außenbauteile sämtlich ausreichend gut gedämmt sein, um das Temperaturgefälle zwischen dem Rauminneren und den Außenbauteilen möglichst gering zu halten.
In den Sommermonaten wirkt sich eine zu starke Sonneneinstrahlung ebenfalls ungünstig auf das Raumklima aus, da gerade bei nach Süden hin orientierten Fenstern durch den damit verbundenen Treibhauseffekt die Räume schnell überhitzen können. Das Raumklima kann in diesen Fällen nur durch eine wirksame Verschattung sowie einen kühlenden Luftzug günstig beeinflusst werden, wenn nicht eine künstliche Kühlung eingesetzt werden soll. Der Mensch verfügt zudem über kein Wahrnehmungsorgan für die Luftfeuchtigkeit, diese macht sich nur bei Schwüle (die nur bei hoher bis sehr hoher Luftfeuchtigkeit auftritt) durch verstärkte Schweißbildung bereits bei geringer körperlicher Anstrengung bemerkbar.
Wer richtig heizt und lüftet, spart nicht nur Energie, sondern tut auch seiner Gesundheit einen Gefallen. Die besten Wohlfühltipps für die kalte Jahreszeit, um das Raumklima angenehm zu halten:
„Der Ruf danach, das Fenster zu öffnen, weil der Sauerstoff verbraucht sei, ist ebenso verbreitet, wie er falsch ist“, weiß Thomas Hagen von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. In einem 20 Quadratmeter großen Zimmer befinden sich etwa 10000 Liter Sauerstoff in der Luft. Bei den üblichen Tätigkeiten im Haushalt benötigt ein Erwachsener zwischen 15 und 50 Liter Sauerstoff pro Stunde. Ein Mangel an dem lebensnotwendigen Gas ist also selbst über einen längeren Zeitraum betrachtet ausgeschlossen.
Wenn die Luft in einem Raum miefig, stickig und verbraucht ist, liegt dies daher nicht an zu wenig Sauerstoff, sondern an Körperausdünstungen und - vor allem - dem Kohlendioxid (CO2), das wir beim Ausatmen abgeben. „Werden Räume nicht regelmäßig gelüftet, sammelt sich Kohlendioxid an - man fühlt sich müde oder hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren“, weiß Hagen.
Schon vor 130 Jahren hat der deutsche Forscher Max Pettenkofer den Kohlendioxid-Gehalt der Luft als Maßstab für die Raumluftqualität erkannt. Demnach benötigt eine 75 Quadratmeter große Etagenwohnung, in der vier Personen leben, etwa alle zwei Stunden Frischluft.
Zu feuchte Luft lässt den Schimmel blühen
Wussten Sie, dass in einem Vier-Personen-Haushalt täglich etwa acht bis 15 Kilogramm Wasserdampf produziert werden? Das ist so viel, als ob man den Inhalt eines Putzeimers auf dem Elektroherd verkochen würde. Eine Geschirrspülmaschine beispielsweise gibt pro Spülgang 200 Gramm Wasserdampf ab, bei einem durchschnittlichen Duschbad entstehen rund 1700 Gramm.
„Im Wasserdampf lauert ein verstecktes Gesundheitsrisiko“, sagt Hagen. Dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeitswerte in Wohnräumen - mehr als 65 Prozent - begünstigen die Schimmelbildung. Die Sporen können chronische Erkrankungen der Atemwege oder Allergien auslösen. „Das ist der zweite Grund, warum regelmäßiges Lüften in Wohnräumen notwendig ist. Dadurch wird überflüssige Feuchtigkeit nach außen geleitet“, so der Experte. Lesen Sie dazu den Beitrag „Schimmelbildung vorbeugen“ auf dieser Homepage.
Im Winter ergibt sich oft ein weiteres Problem: zu trockene Raumluft. „Viele Menschen meinen es besonders gut und lüften vor allem morgens nach dem Aufstehen viel zu lange“, sagt Hagen. Je kälter die Außenluft ist, desto schneller erfolgt der Luftaustausch. Im Winter reichen vier bis sieben Minuten vollkommen aus. „Kalte Luft enthält nämlich weniger Luftfeuchtigkeit als warme Luft. Die Raumluftfeuchte kann daher schnell unter die empfohlene 45-Prozent-Marke fallen.“
Die Folge: Wir werden anfälliger für eine Erkältung. Der Grund dafür liegt in der Nase. Die Wände der Nasenhöhlen sind mit Schleimhäuten überzogen, an deren Oberfläche winzige Flimmerhärchen sitzen. Beim Einatmen filtern diese neben Staub- und Schmutzpartikeln auch Krankheitskeime wie Viren und Bakterien aus dem Luftstrom heraus. Das funktioniert aber nur, wenn die Nasenschleimhaut gut durchfeuchtet ist, was bei zu trockener Raumluft nicht der Fall ist.
Temperatursenkung verbessert Luftfeuchte. Lesen Sie, mit welchen Tricks Sie in Ihrer Wohnung ein gutes Klima schaffen:
- Messen Sie mit einem Hygrometer die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung. Optimal sind 45 bis 55 Prozent. Gegen trockene Luft hilft es meist schon, die Raumtemperatur um 1°C abzusenken. Stellen Sie Zimmerpflanzen, Verdunster mit Vliespapier oder Geräte auf, die abgekochtes Wasser versprühen. Die Luftbefeuchter müssen jedoch sorgfältig gewartet (d. h. gereinigt) werden, da sie sonst verkeimen können!
- Leiten Sie Wasserdampf, wie er zum Beispiel beim Kochen oder Duschen entsteht, sofort nach draußen. Halten Sie die Tür des betreffenden Raums geschlossen, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der ganzen Wohnung niederschlägt. Dies gilt besonders für das Bad, wenn dort gebadet oder geduscht wurde. Die hierbei anfallende feucht-warme Luft sollte in jedem Falle durch Stoßlüftung über das Fenster nach außen abgeleitet werden.
- Dosieren Sie Wärme sinnvoll und überheizen Sie die Wohnung nicht. Das spart Energie und schützt vor zu trockener Luft. Der wärmste Raum mit 22°C sollte das Bad sein, für Wohn- und Kinderzimmer reichen 20°C. In Küche, Schlafzimmer oder unbewohnten Räumen ist eine Temperatur von 16 bis 18°C ideal. Moderne Thermostatventile stellen sicher, dass diese Temperaturen nicht überschritten werden.
- Heizen Sie selten benutzte Räume nicht einfach durch die warme Raumluft anderer Zimmer mit. Die in der Luft des wärmeren Raumes enthaltene Feuchtigkeit dringt in den kühleren Raum und setzt sich dort als Tauwasser an kühlen Außenwänden nieder. Feuchtschäden können entstehen.
- Heizkörper freihalten: Versperren Sie der Wärme nicht den Weg, indem Sie lange Vorhänge, schwere und dichte Gardinen oder sperrige Möbelstücke vor Heizkörpern positionieren. Sie unterbrechen den Wärmestrom und schlucken bis zu 20 Prozent der Wärme.
- Sorgen Sie tagsüber alle zwei bis drei Stunden für einen kurzen und kräftigen Durchzug. Vor jedem Lüften sollte die Heizung abgedreht werden. Bei Dauerlüften mit gekipptem Fenster fehlt der Luftaustausch - Wände, Decken und Möbel kühlen nur unnötig stark aus.
Tipp des Experten: Wer nachts nur bei gekipptem Fenster schlafen kann, sollte darauf achten, dass kein Durchzug entsteht. Schließen Sie also die Schlafzimmertür, das spart Heizenergie. Den Kippgrad eines Fensters können Sie mit Feststellern stufenlos regulieren.
Luftwäscher helfen in Extremsituationen
Es gibt Situationen, in denen regelmäßiger Durchzug nicht immer möglich ist oder nicht ausreicht. „Etwa wenn tagsüber Baulärm herrscht oder wenn in Räumen viel geraucht wird“, sagt Fachmann Hagen. Dann kann ein Luftwäscher sinnvoll sein. Er saugt Schwebepartikel wie Staub oder Tabakrauch aus der Luft an. Sie werden vom Wasser im Gerät gebunden. Schmutzpartikel und Schwebstoffe bleiben in einer Wanne zurück. Den Lüftvorgang ersetzen solche Geräte jedoch nicht.
Quelle (teilweise): Apotheken Umschau vom 02.12.2002
Am 21. September 1799 wurde das Patent für die erste Gasheizung angemeldet. Sie heizte mit gasbetriebenen Thermolampen und nicht - wie heute - mit Erdgas (Methan).
siehe auch: