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Sprinkleranlage

Das Thema Brandschutz - und damit auch die Installation von Löschanlagen - wird bei Planung und Bau von neuen oder der Sanierung bestehender Gebäude von vielen Bauherren oder auch Architekten oft nur als lästiges Übel betrachtet. Oft sind es die gesetzlichen Vorgaben, die eine architektonisch anspruchsvolle Gestaltung einschränken oder die Baumaßnahme unnötig teuer erscheinen lassen.

Fachplaner, Sachverständige und Errichterfirmen von Löschanlagen werden immer wieder mit erheblichen Vorurteilen, z.B. der Angst vor einem Wasserschaden und der Unwissenheit über die Funktion einer Löschanlage konfrontiert. Die Vorteile, die eine selbsttätige Löschanlage bietet, nämlich erhebliche Einsparungen bei baulichen Brandschutzmaßnahmen, sind oft unbekannt.

Eine »Sprinkleranlage« ist eine automatische Feuerlöscheinrichtung innerhalb eines Gebäudes besonderer Art und Nutzung. Gebäude besonderer Art und Nutzung sind beispielsweise Versammlungsstätten, Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Großgaragen, Tiefgaragen, Waren- und Geschäftshäuser, Produktions- und Lagergebäude.

Eine Sprinkleranlage besteht aus einem integrierten System mit im Boden oder in der Decke verlegten wasserführenden Rohren. Eine solche Anlage verfügt über automatische Wasseranschlüsse, die entweder an die zentrale Wasserversorgung oder an einen eigens dafür vorgesehenen, größeren Wassertank angeschlossen sind. Der Umfang der Wasserversorgung einer Sprinkleranlage hängt von der Risikoklasse des Gebäudes und vor allem von den örtlichen Gegebenheiten ab. Grundsätzlich muss der Wasservorrat jedoch so bemessen werden, dass die unter ungünstigsten Bedingungen zu erwartende Brandausbreitung beherrschbar bleibt.

Das System wird durch die Hitzeentwicklung bei einem Brand aktiviert und die Sprinklerköpfe versprühen Wasser über der Brandzone. Sprinkleranlagen arbeiten mit fast 100-prozentiger Sicherheit. Viele Sprinkleranlagen werden von einer Zentrale aus elektronisch überwacht.

Eine Sprinkleranlage wird in großen Räumen oder gefährdeten Anlagen feuerpolizeilich vorgeschrieben. Diese soll im Falle eines Brandes ein entstehendes Feuer bereits in der Brandentwicklungsphase löschen. In gewissen Abständen befinden sich Sprinkler im Gebäude, die im Brandfall Wasser abgeben. Dazu gibt es verschiedene Systeme. Das am weitesten verbreitete System ist die Sprinkleranlage, die konstant mit Wasser befüllt ist und unter sehr hohem Druck steht. In diesen Rohrsystemen ist das Wasser immer vorhanden, lediglich bei Tests und Wartungsarbeiten ist das System nicht befüllt. Dieses stehende Wasser führt häufig zu starker Korrosionsbildung im Rohrsystem, sodass hierfür entsprechend korrosionsbeständige Bauteile (z.B. aus Edelstahl) zu verwenden sind.

Ein wesentlicher Vorteil von Sprinkleranlagen liegt darin, dass sie direkt bei der Branderkennung aktiv in das Brandgeschehen eingreifen können, ohne dass zuvor anwesende Personen evakuiert werden müssen. Zu den typischen Einsatzbereichen von Sprinkleranlagen zählen daher Gebäude, in denen sich meist viele Personen aufhalten, wie z.B. Warenhäuser und Krankenhäuser, aber auch großflächige Objekte und Räume, wie z.B. Lagerhallen.

Für einen einwandfreien Einsatz müssen die Löschwasserleitungen ständig unter Druck stehen. Wird ein Sprinkler geöffnet, so entsteht in der Leitung zwischen dem Sprinkler und dem zugeordneten Alarmventil ein Druckabfall. Das Alarmventil hat die Aufgabe, im Falle eines Druckabfalls die Wasserversorgung für die betreffenden Sprinkler zu steuern und eine Alarmierung auszulösen. Damit der Wassereintrag in ein Gebäude im Falle eines Falles nicht zu groß wird, wird immer nur derjenige Sprinkler ausgelöst, in dessen unmittelbarer Nähe ein Brand entsteht und die Temperaturen entsprechend ansteigen.

Zu jeder Sprinkleranlage gehört eine mechanisch-akustische Alarmanlage. Die akustischen Alarmeinrichtungen sind so auszuwählen, dass der Alarm jederzeit durch Personen wahrgenommen werden kann. Zusätzlich zur akustischen Alarmierung muss der Alarm an eine ständig besetzte Stelle weitergeleitet werden (z.B. bei der Berufsfeuerwehr). Diese Alarmeinrichtungen sind u.a. erforderlich, um den Wasserschaden durch einen Löscheinsatz möglichst gering zu halten, denn eine Sprinkleranlage muss von Hand abgeschaltet werden.

Sprinkleranlagen sind nach DIN 14489: 1985-05 »Sprinkleranlagen; Allgemeine Grundlagen« genormt. Insbesondere für die Planung und Installation gelten die Richtlinien des VdS (Verband der Sachversicherer e.V.), der Einbau eines Sprinkleranlage ist aber stets mit dem örtlich zuständigen Brandschutzsachverständigen abzustimmen, weiterhin dürfen nur Sprinkleranlagen eingebaut werden, die ein Prüfzeugnis oder eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung besitzen.

Es werden folgende Bauformen unterschieden:

• Nassanlage:
Das Rohrnetz der Sprinkleranlage ist bis zu den Sprinklern ständig mit Wasser gefüllt. Eine Installation in frostgefährdeten Bereichen ist aus diesem Grunde nicht zu empfehlen bzw. nicht möglich.

• Trockenanlage:
Eine Sprinkleranlage gilt als Trockenanlage, wenn ihr Rohrnetz zwischen Alarmventil und den Sprinklern mit Luft gefüllt ist und erst beim Öffnen eines Sprinklers für den Löschwasserfluss freigegeben wird. Trockenanlagen werden überwiegend in frostgefährdeten Bereichen installiert.

• Trockenschnellanlage:
Als Trockenschnellanlage gilt eine schnell ansprechende Trockenanlage, bei der das Öffnen des Alarmventils und damit das Füllen des Sprinklerrohrnetzes mit Wasser bereits vor dem Öffnen eines Sprinklers durch Rauchmelder oder Flammenmelder bewirkt wird. Die Funktion der Anlage muss auch bei Nichtansprechen der Brandmelder oder bei Störung der Brandmeldeanlage erhalten bleiben. Trockenschnellanlagen werden dort installiert, wo mit einer schnellen Brandausbreitung und Frostgefahr zu rechnen ist.

• Tandemanlage:
Eine Tandemanlage ist eine Trockenanlage, die an das Sprinklerrohrnetz einer Nassanlage angeschlossen ist. Tandemanlagen werden z.B. dort installiert, wo frostgefährdete Bereiche mit Trockenanlage an Bereiche mit Nassanlagen angrenzen.

• Vorgesteuerte Anlagen:
Als vorgesteuerte Anlage gilt eine Trockenschnellanlage, die nur durch eine Brandmeldeanlage mit automatischen Brandmeldern in Verbindung mit dem Ansprechen eines Sprinklers ausgelöst wird. Das Öffnen eines Sprinklers allein bewirkt noch kein Öffnen der Ventilstation. Bei Störungen der Brandmeldeanlage wird die Anlage zur Trockenanlage. Das Einsatzgebiet der vorgesteuerten Anlagen sind Bereiche, in denen beschädigte Sprinkler oder Rohrleitungsundichtigkeiten hohe Sachschäden verursachen können (beispielsweise in EDV-Bereichen).

siehe auch:
- Backdraft
- Brandbekämpfungsabschnitt
- Brandentwicklung
- Brandschutz - Existenzsicherung
- Feuer
- Flashover
- Rauchentstehung
- Rauchentwicklung
- Rauchmelder
- Rauchvolumen
- Vorbeugender Brandschutz