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Rissbildung im Beton

Risse sind grundsätzlich überall im Beton zu finden, einen »rissfreien Beton« gibt es nicht. Risse können durch Belastungen, teilweise aber auch durch äußere Einflüsse wie Erdbeben oder ungleichmäßige Fundamentbewegungen entstehen. Alle Arten von Lasten (Eigengewichts-, Verkehrs-, Windlasten usw.), die auf Bauteile einwirken, haben Kräfte, Spannungen und Verformungen zur Folge.

Im in der Abbildung dargestellten Beispiel erzeugt die Durchbiegung in der oberen Querschnittshälfte der Brücke Druckkraft (Stauchung, Druckzone), in der unteren Querschnittshälfte Zugkräfte (Dehnung, Zugzone). Da der Beton nicht in der Lage ist, Zugkräfte aufzunehmen, wird diese Aufgabe von Stahleinlagen (Bewehrung, Armierung, im Brückenbau aber auch Spannstahl) übernommen. Die Bewehrungsstäbe dehnen sich in relativ großen Bereichen ohne bleibenden Schaden. Da sich der Beton aber nicht in diesem Maße dehnen kann, reißt er und hat dann unzählige, mit dem bloßen Auge kaum sichtbare Risse, wobei die zulässige Breite solcher Risse je nach Einsatzbereich bis zu 0,4 mm betragen darf (bei Wasserbecken lediglich bis 0,15 oder 0,20 mm). Man spricht in diesen Fällen von der »gerissenen Zugzone«.

Durch veränderte Belastungen oder Temperaturgefälle (beispielsweise wird die Oberseite eines Betonbalkens von der Sonne beschienen, die Unterseite dagegen liegt im Schatten) können auch an einem älteren Bauwerk neue Risse auftreten. Sinngemäß gilt diese selbstverständlich auch für Mauerwerk (oder andere spröde Baustoffe), nur dass Mauerwerk lediglich in Ausnahmefällen in den Lagerfugen eine Bewehrung erhält, welches man dann als »bewehrtes Mauerwerk« bezeichnet.

Risse im Beton entstehen vielfach auch durch mangelhafte oder fehlende Nachbehandlung des in die Schalung eingebrachten Frischbetons. Beton benötogt zur Erhärtung eine ausreichende Menge Wasser. Wird der Frischbeton nicht vor zu schneller Austrocknung geschützt (z.B. im Sommer bei warmem Wetter über längere Zeit ungeschützt der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt), so verdunstet das oberflächennah vorhandene Wasser zu schnell, der Beton kann nicht mehr ausreichend erhärten, die Endfestigkeit sinkt teils drastisch ab. Mangelnde Nachbehandlung ist eine häufige Schadensursache bei Betonkonstruktionen, die dadurch bereits vorgeschädigt sind und in verschiedenen Fällen eine deutlich verkürzte Lebensdauer aufweisen.

siehe auch:
- Beton
- Bewehrung
- Dehnfuge
- Makrorisse
- Lagerfuge
- Stoßfuge
- Raumfuge
- Rissarten
- Rissbreitenschablone
- Schwinden
- Spannbeton
- Spannstahl
- Stoßfuge
- Verformungen
- Vorspannung