Die Verwendung von »Magnesia« im Bauwesen ist schon einige Jahrzehnte alt. Der Hauptanwendungsbereich liegt bei der Herstellung von Holzwolleleichtbauplatten (HWL-Platten) und Magnesiaestrichen. Der Grundstoff des Magnesiabindemittels ist die kaustisch (= ätzend, unter der Sintergrenze) gebrannte Magnesia (chemisches Zeichen »MgO«, die aus dem natürlich vorkommenden Magnesit bei etwa 800°C gebrannt wird. Daneben gibt es auch noch sintergebrannte Magnesia, die bei ca. 1600°C hergestellt wird.
Gebrannte Magnesia verbindet sich mit Salzlösungen bestimmter Metalle und erhärtet steinartig. Am gebräuchlichsten ist dabei Magnesiumchloridlösung. Bei der Erhärtung des Magnesiamörtels bilden sich nadelförmige Kristalle verschiedener Zusammensetzung. Durch die Kristalle wird die Festigkeit des erhärteten Mörtels erreicht.
Da freies Magnesiumchlorid der Korrosion stark förderlich ist, müssen vor der Verarbeitung alle mit ihm in Berührung kommenden Metalle geschützt werden. Eines der Reaktionsprodukte des Magnesiamörtels ist Magnesiumhydroxid, Dies ist eine relativ starke Base, die auch Metalle wie Aluminium und Blei angreift. Besonders zu beachten ist, dass erhärtete Magnesia nicht wasserbeständig ist und daher vor längerer Wassereinwirkung geschützt werden muss. Eine kurzzeitige Wasserbelastung schadet jedoch nicht, wenn diese schnell wieder abtrocknen kann.
Bindemittel auf Magnesiabasis werden für Holzwolleleichtbauplatten schon seit längerer Zeit eingesetzt. Für Estriche von Industriegebäuden werden Magnesiaestriche wegen ihrer hohen Druckfestigkeit und wegen der sehr ebenen Oberfläche eingesetzt.
siehe auch:
- Dolomit
- Estrich
- HWL-Platten
- Holzwolleleichtbauplatten
- Magnesiaestrich
- Magnesit
- Steinholz