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Mörtel

Die Tragfähigkeit des Mauerwerks hängt in erheblichem Maße von der Ausführungsqualität ab. Der Ausführung und Überwachung auf der Baustelle kommen daher besondere Bedeutung zu, hier ist der Fachmann gefragt!

Bei der Herstellung des Mauermörtels, der meist einfach als »Mörtel« bezeichnet wird, müssen auf der Baustelle Bindemittel, Zusatzstoffe und Zusatzmittel trocken und windgeschützt gelagert werden. Für das Abmessen der Mörtelbestandteile sind bei den Mörtelgruppen II, lIa, III und IIIa Waagen oder Zumessbehälter zu verwenden, um eine gleichmäßige Mörtelzusammensetzung sicherzustellen. Am Mischer ist eine Mischanweisung deutlich sichtbar anzubringen. Insbesondere ist bei der Mörtelherstellung darauf zu achten, dass neben dem Bindemittel auch der Sand und das Anmachwasser eine ausreichende Qualität aufweisen.

Als Rationalisierungsmaßnahme haben werksgemischte Mörtel zunehmend Bedeutung erlangt. Auf der Baustelle dürfen ihnen außer der erforderlichen Wasser- und ggf. Zementzugabe (bei Vormörtel) keine weiteren Zuschläge und Zusätze zugefügt werden.

Stark saugende Mauersteine entziehen dem Frischmörtel Wasser. Da Mörtel für den chemischen Erhärtungsprozess eine bestimmte Wassermenge benötigt, kann bei zu starkem Wasserentzug der Abbindeprozess nur unvollständig ablaufen, der Mörtel „verbrennt“, der Verbund zwischen Stein und Mörtel wird mangelhaft. Um den Wasserentzug zu begrenzen, müssen stark saugende Steine vorgenässt oder durch Verwendung von Zusatzmitteln muss das Wasserrückhaltevermögen des Mörtels gesteigert werden. Bei Werkmörteln sollte sich der Anwender nach den Empfehlungen des Herstellers richten. Bei kapillaren Steinen, z.B. Ziegeln, kann man in der Regel sagen, dass Steine geringer Rohdichte mehr saugen als Steine höherer Rohdichte. Haufwerkporige Steine (z.B. Leichtbeton) weisen eine nur geringe Saugfähigkeit auf.

Durch Wasserentzug vom Mörtel in den Stein können lösliche Bestandteile aus dem Bindemittel des Mörtels in den Stein wandern. Das Mörtelanmachwasser verdunstet auf der Oberfläche des Steines, die im Wasser gelösten Stoffe lagern sich als Ausblühung auf der Steinoberfläche ab. Durch Vornässen oder Verwendung von Zusatzmitteln, die das Wasserrückhaltevermögen des Mörtels steigern, lassen sich diese Ausblühungen verringern. Vorhandene Ausblühungen aus wasserlöslichen Salzen lassen sich durch wiederholtes Abbürsten entfernen.

Beim Arbeiten mit Zement, Mörtel oder Beton sollten Heimwerker ihre Hände mit beschichteten Baumwoll- und nicht mit Lederhandschuhen schützen. Beim Anrühren der Baustoffe entsteht eine aggressive Lauge, die Leder durchdringen kann. Leichtsinnigen Heimwerkern drohen Hautreizungen und schlimmstenfalls Verätzungen.

Wer während der Arbeit knien muss, etwa beim Verlegen von Estrich, trägt am besten eine Überhose aus undurchlässigem Kunststoff. Auch eine Schutzbrille und ein Mundschutz sollten zur Ausstattung gehören. Hautpartien, die nicht bedeckt werden können, werden vorher am besten mit einer rückfettenden Creme eingerieben und nach der Arbeit gründlich gewaschen.

siehe auch:
- Ausblühungen
- Beton
- Kalk
- Lagerfuge
- Lehm und Ton
- Mauerwerk
- Mörtelfugen
- TRGS
- Stockverzahnung
- Überbindemaß
- Werkmörtel
- W/Z-Wert
- Zement