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Treibhauseffekt

Durch die Sonneneinstrahlung auf nach Süden orientierte Fenster oder Wintergärten entsteht ein Energiegewinn auch im Winter. Die kurzwellige Sonnenenergie kann beinahe ungehindert durch die Verglasung eindringen. Sie trifft auf Wände, Böden und Einrichtungsgegenstände und heizt diese auf, d.h. die kurzwellige Sonnenstrahlung wird in langwelliges Infrarot umgewandelt. Die langwelligen Strahlen treffen auf die spezielle Wärmebeschichtung moderner Wärmedämmverglasungen und werden von dieser wieder in den Raum zurückreflektiert, dies bezeichnet man als »Treibhauseffekt«.

Ein aktiver und verbesserter Wärmeschutz von beheizten Gebäuden ist gleichbedeutend mit der Verminderung des CO2-Ausstoßes und damit des Treibhauseffekts. Dies bedeutet, dass weltweit der Verbrauch fossiler Energieträger in Zukunft erheblich stärker minimiert werden muss, damit der absehbare Klimakollaps nicht stattfindet. Nur mit der Absenkung der Produktion von Treibhausgasen kann das Klima der Erde, wie wir es heute kennen, bewahrt werden.

Bedenklich ist der zusätzliche, anthropogene Treibhauseffekt, der auf die vom Menschen verursachte Zunahme der Spurengase zurückzuführen ist. Wichtigstes dieser insgesamt 40 - 50 Gase ist das Kohlendioxid (CO2), das um 1750 erst etwa 280 ppm (»parts per million«, »Teile pro Millionen Teile Luft«) ausmachte, seit der Industrialisierung auf heute 379,1 ppm gestiegen ist und damit höher liegt als jemals in den letzten 160.000 Jahren. Neben CO2 sind vor allem die Spurengase Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), das troposphärische Ozon und die rein künstlichen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) wichtig. Direkten Einfluss auf den Strahlungshaushalt haben Kohlenmonoxid (CO), Stickstoffoxide (NO und NO2), einige flüchtige organische Verbindungen und schwefelhaltige Spurengase.

»Treibhauseffekt« heißt der neue zentrale Begriff, an dem sich alle reiben. Was hat es damit auf sich? Um die Erde liegt eine schützende Gashülle, die für unseren Globus das gleiche bewirkt wie die Verglasungen im Gartenbau: Sichtbares Sonnenlicht wird weitgehend ungehindert durchgelassen, Wärmerückstrahlung vom aufgeheizten Boden weitgehend reflektiert. Durch diesen Effekt entstehen auf der Erde, wie im Treibhaus, alle günstigen Temperaturverhältnisse, die mittlere Temperatur liegt bei etwa angenehmen +15°C. Der Treibhauseffekt ist also zunächst etwas höchst Positives: wäre er nicht, würde pflanzliches, tierisches und menschliches Leben auf der Erde zumindest nicht so existieren, wie wir es kennen. Wir hätten uns mit mittleren Temperaturen von ca. -18°C herumzuschlagen.

Dieser Treibhauseffekt wird im Wesentlichen von dem eigentlich völlig harmlosen Gas, nämlich CO2 verursacht, das wir beim Atmen produzieren und welches Pflanzen bei der so genannten Photosynthese wieder in Kohlenstoff und Sauerstoff spalten. Auch andere Gase, wie z. B. FCKW und Methan, sind an dieser Schirmfunktion für die Wärmestrahlen beteiligt, jedoch in deutlich geringerem Maße, weswegen sich die Gemüter in erster Linie am CO2-Haushalt der Erde erhitzen. Gleichwohl machen CO2, Methangas und Lachgas fast 90 Prozent des Effekts langlebiger Treibhausgase aus, wie die Welterwetterorganisation (WMO) der Vereinten Nationen berichtet. Mit deren Emission verstärkt der Mensch noch den natürlichen Treibhauseffekt. Gemessen an den Werten um das Jahr 1750 und damit vor der Industrialisierung, ergeben sich mit Stand Ende 2005 laut WMO folgende Steigerungen: Kohlendioxid plus 35,4 %, Lachgas plus 18,2 % und Methan plus 154,7 %. Demnach betrug die durchschnittliche CO2-Konzentration die bereits genannten 379,1 ppm. Bei Methan waren es 1,78 ppm, bei Lachgas 0,32 ppm (Daten: Wiesbadner Kurier, 31.01.2007).

Ursache für die steigende Emission von Spurengasen, vor allem von CO2, sind besonders die Verbrennung fossiler Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle), Abgase aus Industriebetrieben, Verkehr und aus der Landwirtschaft sowie die Vernichtung von Wald (vor allem Regenwald), und nicht zuletzt auch das starke Wachstum der Weltbevölkerung.

Jahrhundertelang war das Verhältnis zwischen Quellen, d.h. Orte wo CO2 entsteht und Senken, wo es wieder verschwindet, im Gleichgewicht, bis der Mensch es durch übermäßige CO2-Produktion verschoben hat, was wieder den Treibhauseffekt verstärkte und nun dabei ist, unser Klima nachhaltig zu verändern. Es scheint makaber: Der alte Menschheitstraum, das Wetter beeinflussen zu können, erfüllt sich in beängstigender Weise. Als Folge der stetig steigenden CO2-Konzentration aufgrund des Verbrennens fossiler Energieträger steigt die mittlere Temperatur auf unserem Globus. Dies kann zu Verschiebungen in der Vegetation führen, zu heißeren Sommern und milderen Wintern; ein Trend in den letzten Jahren ist unverkennbar.

Nun gibt es sicherlich Regionen auf unserer Erde, wo man gegen wärmere Sommer und/oder Winter keine Einwände erheben würde; leider lässt sich der Temperaturanstieg jedoch nicht lokal begrenzen, er geschieht weltweit. Die unangenehmste Folge davon ist das Abschmelzen des Eises an den Polkappen und der dadurch verursachte Anstieg des Meeresspiegels.

Temperatur- wie Meeresspiegelverlauf zeigen in den zurückliegenden Jahren durchaus Schwankungen, die auch Jahresfolgen mit Rückgängen auffinden lassen - eindeutig erkennbar ist jedoch der Trend: Es geht unaufhörlich aufwärts. Genauso wie die bundesdeutsche Staatsverschuldung...

Von Sylt wissen wir aus der jüngsten Vergangenheit, dass Jahr für Jahr Land an die See abgegeben werden muss. Man versucht zwar, diese Entwicklung durch Aufspülen von Sand an der Küste zu stoppen, doch die Natur ist stärker. Eine erst kürzlich durchgeführte Anhörung von Experten durch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages hat nochmals eindeutig bestätigt: Anstieg von Treibhauseffekt, Temperatur und Meeresspiegel unstrittig, gestritten wird lediglich noch über das Tempo und die wirksamsten Bremsmöglichkeiten. Wie immer möchte man bei letzteren tunlichst nicht vor der eigenen Haustür beginnen.

Eine Minderung der CO2-Produktion ist zwangsläufig mit einer Minderung der Energieerzeugung verknüpft, und es gibt nur wenige Felder, wo dies nicht mit der Minderung der Lebensqualität einhergeht

Schmerzfreie Lösungen gibt es neben dem verstärkten Umsteigen auf Alternativenergien (Wind, Wasser, Sonne, Kernkraft) nur auf zwei Gebieten: In der Erhöhung des Wirkungsgrades der Verbrennungsmaschinen im weitesten Sinne, d.h. vom Moped über die Gebäudeheizung bis zum Großkraftwerk, und in der Senkung des Heinzwärmeverbrauchs der Gebäude durch bauliche Maßnahmen.

Als Folge des anthropogenen Treibhauseffekts wird eine stärkere Erwärmung der Erdatmosphäre erwartet (die mittlere Oberflächentemperatur nahm von 1900 bis 1992 um 0,5 - 0,7 °C zu). Weitere Hinweise auf einen schon vorhandenen Treibhauseffekt sind u.a. der Anstieg des Meeresspiegels in den letzten 100 Jahren um 10 - 15 cm infolge der Erwärmung und des Abschmelzens von außerpolaren Gletschern sowie die Steigerung der mittleren Windgeschwindigkeiten in allen Breiten in den letzten 20 Jahren und die Zunahme der relativen Sturmhäufigkeit. Da der Energiebedarf vor allem der Entwicklungsländer stark wachsen wird, wird der CO2-Ausstoß in Zukunft kräftig zunehmen. Auch wenn die darauf basierenden Klimamodelle und die vorausgesagte Klimaänderung mit manchen Unsicherheiten behaftet sind, müssen bereits jetzt Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Daher haben die u.a. auf zahlreichen internationalen und nationalen Klimakonferenzen erhobenen Forderungen (z. B. Verminderung der CO2-Emissionen, Umweltabgaben, Erhaltung des tropischen Regenwaldes) und Verpflichtungen größte Dringlichkeit beziehungsweise Verbindlichkeit.

Wenn es uns nicht gelingt, den CO2-Ausstoß auf unserem Planeten wirksam zu begrenzen, werden noch in diesem Jahrhundert ganze Landstriche im Meer versinken. In Europa sind dabei besonders die flachen Küstenregionen gefährdet: Steigt der Meeresspiegel um einen Meter, was bei derzeitigem Trend um die Mitte dieses Jahrhunderts erwartet werden kann, so kann man Den Haag, Rotterdam und Amsterdam nur noch mit dem Boot besuchen. In Asien sind durch die dann drohenden Überschwemmungen dicht besiedelte Regionen betroffen, was uns Flüchtlingsprobleme gigantischen Ausmaßes bescheren wird. Die Überflutungen des Sommers 2010 von weiten Teilen Pakistan zeigen dies bereits drastisch.

Es ist also dringend Handeln gefordert, um der möglichen Katastrophe entgegenzuwirken - und zwar weltweit. Das Ziel ist klar, die Maßnahmen sind bekannt; wie so oft, wartet jedoch wieder jeder auf den anderen, dass er mit gutem Beispiel vorangehe. Es muss Schluss gemacht werden mit der Energieverschwendung in schlecht gedämmten Gebäuden und Industrieanlagen, auch wenn die damit verbundenen Herausforderungen gigantisch sind.

Energieerzeuger mit miserablen Wirkungsgraden und hohem Schadstoff- und CO2-Ausstoß, wie beispielsweise die veralteten Braunkohlekraftwerke, müssen ersetzt werden durch moderne, umweltfreundliche Technik. Internationale Hilfsprogramme zur Unterstützung der Bevölkerung in den Regenwaldregionen müssen anlaufen, damit dort der Frevel der Brandrodung gestoppt werden kann.

Die Bundesrepublik hat in dieser Richtung zumindest schon hochherzige Absichtserklärungen abgeben, das Kyoto-Protokoll ist ratifiziert: Neben einem Mehrere-Hundert-Millionen-Programm für den Schutz des brasilianischen Urwalds will man auch finanzielle Anreizsysteme in Deutschland schaffen, um die Althausbesitzer zu Energiesparmaßnahmen an der Gebäudehülle und in der Heiztechnik zu animieren; im Neubau will man neue ordnungspolitische Rahmendaten setzen, indem die momentan gültige Energieeinsparverordnung in mehreren Stufen immer weiter verschärft wird.

Ziel dieser und weiterer Anstrengungen in den Sektoren Kraftwerke, Verkehr und Industrie sollte die Reduktion des CO2-Ausstoßes um 25 % bis zum Jahre 2005 sein, im Gebäudebereich allein hoffte man auf eine Minderung von 40 %. Dieses Ziel war seinerzeit ehrgeizig gesteckt, ist nach jetzigem Kenntnisstand (Herbst 2010) aber bei weitem nicht realistisch gewesen und wurde aufgrund handwerklich schlechter Verordnungen (EnEV, Energieausweis) nicht annähernd erreicht. Im Altbaubestand - besonders in den neuen Bundesländern - gibt es immer noch ein hohes Einsparungspotential an Heizenergie, das es auszuschöpfen gilt. Die technischen Möglichkeiten sind vorhanden, um im Einzelfall mühelos Energieverbrauchsminderungen bis zu 80 % zu realisieren.

Nicht in jedem Fall wird man dabei auf Amortisationszeiten stoßen, die vom Investor unter heutigen Rahmenbedingungen als akzeptabel empfunden werden. Deshalb ist es unbedingt erforderlich, dass der Staat Anreizsysteme auf den Weg bringt, sei es durch Zug über Zinsverbilligung, steuerliche Abschreibungen oder direkte Subventionen. Im Bereich der Windenergieerzeugung sind diese Subventionen bereits realisiert und verteuern auf diese Weise auch andere Energiearten.

Wichtig bei der Bemessung der Unterstützung ist dabei die Abkehr vom früher praktizierten Gießkannenprinzip und die strenge Bindung der Finanzhilfe an den Zielerreichungsgrad: Wer viel CO2 einspart bzw. wenig emittiert, soll viel erhalten - und umgekehrt. Aber eine durchgängige und fachlich fundierte Kontrolle der Energieeinsparmaßnahmen führt dann auch dazu, dass diese Maßnahmen auch wirksam werden. Bei Verstößen gegen die vom Gesetzgeber vorgegebenen Einsparregelungen müssen entsprechende Sanktionsmöglichkeiten eingeführt werden, damit die aufwändigen rechnerischen Nachweise nicht zu reinen Papiertigern verkommen, wie man dies bereits allenthalben beobachten kann.

Ein solches Vorgehen setzt selbstverständlich die Existenz zuverlässiger Beurteilungsmaßstäbe voraus. Solche Bewertungsverfahren liegen vor, sind weitgehend unter Fachleuten unstrittig und werden derzeit gerade im europäischen Rahmen harmonisiert. Um aber möglichst schnell möglichst viele Gebäude beurteilen zu können, ist ein gewaltiger Schulungsaufwand vonnöten. Hier könnte der Staat durch gezielte ABM-Maßnahmen eine schlagkräftige Truppe von Energiesparberatern aufstellen, deren Beschäftigung angesichts des gewaltigen Nachholpotentials auf Jahre gesichert wäre; bezahlen könnte man sie z. B. aus einer CO2-Abgabe. Allerdings muss bezweifelt werden, dass hier nur ausreichend geschulte und qualifizierte Fachleute zum Zuge kommen, wären doch die Honorare, die damit verbunden sind, in den meisten Fällen nicht durchsetzbar. Also muss das Anforderungsniveau an die Qualifikation der Energieberater weit genug abgesenkt werden, damit alles nur »schön billig« wird.

Angesichts der bereits vor einigen Jahrzehnten erkannten Klimaerwärmung wurde im Jahre 1988 der UN-Klimarat gegründet. Dieses Gremium wurde vom »Zwischenstaatlichen Ausschuss zum Klimawandel« (»Intergovernmental Panel on Climate Change«, kurz »IPCC«) der Weltwetterorganisation (WMO) und dem UN-Umweltprogramm (UNEP) ins Leben gerufen, der Sitz dieser Organisation befindet sich in Genf. Es werden dort aber keine eigenen Forschungen betrieben, sondern die weltweit veröffentlichten und zugänglichen und als seriös angesehenen Daten gesammelt und zusammengefasst. Herausgegeben wurden bisher drei umfangreiche Berichte, und zwar in den Jahren 1990, 1995 und 2001. Eine wesentliche Aufgabe des Klimarats ist es, darzulegen, wie sich die Veränderungen des Weltklimas auf die Umwelt und auch die Gesellschaft auswirken werden. Auch sollen realistische Vermeidungs- und Anpassungstrategien erarbeitet werden, um die Veränderungen nach Möglichkeit einzudämmen.

Im vierten UN-Klimabericht ist eine Prognose enthalten, die besagt, dass sich bis zum Ende des 21. Jahrhunderts die globale Temperatur um bis zu 6,4 °C erhöhen wird, verbunden mit einem Anstieg des Meeresspiegels um einen halben Meter (andere Veröffentlichungen gehen gar von einem ganzen Meter und mehr aus). So wird jedenfalls in einem Pressebericht vom 3. Februar 2007 dargelegt. Die Klima-Experten des IPCC sind besorgt über diese Entwicklung, sehen aber keine Möglichkeit, diese Entwicklung aufzuhalten oder gar umzukehren, sondern diese höchstens abzumildern. Die Bestürzung unter den Fachleuten ob dieser Prognosen ist groß, die Herausforderungen, vor der die Menschheit gestellt wird, sind es ebenfalls. Dass eine solche Entwicklung praktisch jeden mehr oder weniger stark trifft, leuchtet schnell ein, wenn man sich die weltweiten Wetterkapriolen allein des Jahres 2010 betrachtet. In Russland wüten im Sommer 2010 über mehrere Wochen verheerende Großbrände als Folge einer enormen Hitzewelle, gleichzeitig versinken große Landflächen Pakistans im Wasser, ausgelöst durch die stärksten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Nach diesem Report ergeben sich sechs unterschiedliche Szenarien für die globale Klimaerwärmung. Bei einer durchaus optimistischen Betrachtungsweise wird davon ausgegangen, dass sich die Durchschnittstemperatur »nur« um 1,1 bis 2,9 °C erhöht. Bei einer pessimistischen Betrachtung ändern sich diese Temperaturen zwischen 2,4 und 6,4 °C, verbunden mit einem deutlichen Anstieg des Meeresspiegels, der zahlreiche flache Inseln und Landstriche überfluten wird. Die Experten sehen keine Möglichkeit, diese Entwicklung aufzuhalten, sie kann bestenfalls nur abgemildert werden. Selbst wenn es eine Möglichkeit gäbe, den Ausstoß der global erzeugten Treibhausgase sofort auf den Stand von 2000 einzufrieren, würde die globale Temperatur in jedem Jahrzehnt um weitere 0,1 °C ansteigen. Vor diesem Hintergrund streben Deutschland und Frankreich die Gründung einer Umweltorganisation an, die bei den Vereinten Nationen angesiedelt werden soll.

Diese Umweltveränderungen wirken sich bereits jetzt auf unseren Lebensraum aus. So berichten Forscher aus Mainz davon, dass sich der Vogelbestand in Mitteleuropa aktuell bereits merklich verändert. Herangezogen wurden dabei auch Daten, die von Hobby-Vogelkundlern aus dem Bodenseeraum bezüglich der Anzahl der verschiedenen Vogelarten überliefert worden sind. Es wird berichtet, dass sich in unseren Breiten immer mehr Vogelarten einfinden, die früher nur im Mittelmeerraum beheimatet waren, sich aber in den hiesigen und zunehmend wärmeren Gefilden wohl fühlen. Dafür wandern bisher heimische Vogelarten weiter nach Norden ab. Aber auch an den abschmelzenden Gletschern und Polkappen können diese dramatischen Veränderungen eindeutig und zweifelsfrei beobachtet werden, vergleicht man entsprechende alte Fotografien und aktuelle.

Die Angaben zu den möglichen Temperaturerhöhungen schwanken je nach Literaturquelle teils deutlich. In einem Pressebericht vom 31. Januar 2007 beispielsweise wird für Deutschland ein Anstieg der mittleren Temperatur bis 2100 von bis zu 4 °C prognostiziert, was aber ebenfalls mit gravierenden Auswirkungen verbunden sein wird. Es werden sich in jedem Falle die extremen Wetterereignisse häufen. Einen ersten Vorgeschmack lieferte das Jahr 2010 mit einem überaus langen und harten Winter, als dann im Sommermonat August in Deutschland die stärksten Niederschläge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen registriert wurden. Allein in Hessen sollen in dieser Zeit in einigen Regionen etwa 40 % des jährlichen Gesamtniederschlags heruntergeprasselt sein. Ob es noch bis zur Mitte des Jahrhunderts (also 2050) dauern wird, bis diese Wetterextreme noch deutlicher sichtbar werden (so in einigen Veröffentlichungen), darf daher getrost bezweifelt werden. Diese Ereignisse haben bereits begonnen.

Die Forscher arbeiten an entsprechenden Untersuchungen und Simulationen. So auch das Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie, wo sich Daniela Jacob mitsamt ihren Kollegen mit einer umfassenden Klimasimulation für Deutschland beschäftigt, die bisher ohne Beispiel ist. Die dabei erzeugten Datenmengen sind jedenfalls gigantisch, die Computertechnik immer größer oder zumindest besser. Diese Simulation trägt den Namen »Remo«, die Abkürzung für »Regionalmodell«. Sie hatte bereits 2007 prognostiziert, dass die sommerlichen Gewitter und Starkregenereignisse zunehmen werden, und zwar nicht nur hinsichtlich der Anzahl, sondern auch der Wassermengen. Besonders betroffen davon wären auch die Regionen im gesamten Einzugsbereich der Elbe. Für den Rhein, der eine wichtige Transportverbindung darstellt, wird sich danach die jährliche Anzahl der Niedrigwasserlagen, die über ein bis zwei Wochen andauern können, verdoppeln. Und auch die Zunahme von länger anhaltenden Hitzeperioden (wie im Jahre 2003 bereits beobachtet) wurde in diesem Bericht aus dem Jahre 2007 bereits vorausgesagt. Die Winterzeit wird sich ab etwa 2020 oder spätestens 2030 um durchschnittlich etwa 10 nasse Tage verlängern, wobei diese Verlängerung allmählich vonstatten geht und offensichtlich bereits begonnen hat.

Um diese Simulationen durchführen zu können, wurde die Bodenfläche von Deutschland mit einem virtuellen Gitternetz überzogen, wobei die Kantenlänge des jeweiligen Gitters 10 Kilometer beträgt. Jeder somit sich ergebende Gitterkreuzungspunkt ist ein Ausgangspunkt für den Supercomputer, der dazu jeweils etwa 70 Gleichungen bildet und löst. Daraus wird dann ein virtuelles Klimamodell abgebildet, welches der Realität bereits ein gutes Stück näher kommt. Jedenfalls ist das im Großrechner abgebildete engmaschige Netz deutlich feiner gespannt als anderswo auf der Welt. Eine weitere Verfeinerung ist möglich, setzt aber nochmals erhöhte Rechenleistungen voraus. Die Nutzer dieser Daten wie z. B. das Umweltbundesamt können auf die Ergebnisse der Berechnungen aufbauen. Die Forscher jedenfalls bemühen sich, die vergleichsweise sehr schnell ablaufenden Veränderungen und deren Auswirkungen weiter zu untersuchen, damit wir uns besser auf den nachhaltigen Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf die Umwelt einstellen können.

In der Winterzeit werden die Niederschläge um etwa 20 % bis sogar 30 % zunehmen, auch die winterlichen Temperaturen werden stärker steigen als die im Sommer. Bei diesen wärmeren Wintern wird der Niederschlag dann wohl eher als Regen denn als Schnee niedergehen. Die Regionen im Süden und Südosten von Deutschland sind dabei vom Temperaturanstieg stärker betroffen als die restlichen Gebiete. Die Hamburger Forscherin sagt voraus, dass sich die Wintertemperaturen im Jahr 2100 um durchschnittlich um etwa 4 °C erhöhen werden gegenüber dem Vergleichszeitraum von 1961 bis 1990. Die sommerlichen Niederschläge sind dagegen deutlich geringer, und zwar gültig für Nord- und Ostdeutschland sowie für Süd- und Südwestdeutschland. Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Regenfälle dort um bis zu 35 % verringern könnten.

Und wenn dann Regen fällt, dann zunehmend bei Gewitterstürmen, wobei hiervon besonders Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg betroffen sein werden. Für die Westseite des Schwarzwalds dagegen könnten die Niederschläge abnehmen, an der Ostseite dagegen wäre es nach diesen Prognosen genau umgekehrt. Die vergleichsweise kleine Ostsee könnte sich bis zum Jahr 2100 mit etwa 2,8 °C etwas stärker erwärmen als die Nordsee, für die eine Erwärmung von 2,5 °C vorausgesagt wird. Aber der sommerliche Niederschlag wird um etwa 25 % geringer ausfallen, was sich für die sonnenhungrigen Touristen sicherlich als Vorteil herausstellen könnte, wäre da nicht der gleichzeitig angekündigte Anstieg des Meeresspiegels um bis zu einem Meter ein großes Problem.

Alle anderen verfügbaren Klimamodelle bringen ähnliche Resultate wie das Modell aus Hamburg. Zumindest stimmt bei allen diesen Untersuchungen die Grundrichtung überein: Es ist klar, dass sich etwas verändern wird!

siehe auch:
- BHKW
- CO2
- Energiekennwert
- Energiekosten
- Energieverbrauch
- Energieverluste
- EnEV
- ESG
- Gasfüllung
- Gesamtenergieverbrauch
- Hurrikan
- Katastrophe
- Klimawandel
- Lichtdurchlässigkeit
- Lüftungskonzept
- Passivhaus
- Photovoltaik
- Solarthermie
- U-Wert
- UV-Strahlung
- Windenergie