elkage.de
Suchbegriff eingeben:

Eigenleistung

Bauherren, die daran denken, einen Teil des Baus selbst zu übernehmen, haben sicher schon von der »Muskelhypothek« gehört. Dies sind die geltwerten »Eigenleistungen« am Bau, die von den Banken und Geldinstituten tatsächlich als Eigenkapital anerkannt und in die Finanzierungspläne eingerechnet werden. Doch Vorsicht! Eigenleistungen, die Sie als Baufamilie mit Ihren Freunden oder Verwandten erbringen können, sollten realistisch eingeschätzt werden. Ab einer gewissen Höhe muss der Bauherr sogar den Nachweis einer handwerklichen Eignung erbringen. Dies dient letztlich Ihrer Sicherheit, denn als Ausführender können Sie für Baumängel, die auf Ihre Unkenntnis bei der Ausführung zurückzuführen sind, genauso zur Verantwortung gezogen werden wie jeder andere Handwerker auch. In jedem Falle müssen Sie im Zuge der Erbringung von Eigenleistungen beachten, dass nur die unentgeltliche (!) Hilfe von Freunden und Verwandten keine Schwarzarbeit darstellt.

Ein kompletter Innenausbau eines durchschnittlichen Eigenheims wird zwischen 500 und 800 Arbeitsstunden beanspruchen. Das sind rein rechnerisch zwischen 12,5 und 20 Wochen reine Arbeitszeit am Bau. Wie Sie hieran bereits erkennen können, ist es mit dem Opfern des Jahresurlaubs für den Innenausbau, realistisch gesehen, meist nicht getan. Die Zeitschrift „Billiger bauen“, Ausgabe 2/3 - 2002 hat ermittelt, dass Sie es mit folgender Zeiteinteilung und Wochenendarbeit in sechs bis neun Monaten schaffen können, wenn Sie jeden Werktag drei Stunden und samstags zehn Stunden am Bau sind. Sie sind in dieser Zeit natürlich stark eingespannt und brauchen die volle Unterstützung Ihrer Familie.

Will man Eigenleistungen erbringen, sollte man die folgenden Punkte, die ebenfalls Geld kosten, nicht außer Betracht lassen:

• Materialkosten,
• Arbeitskleidung,
• Werkzeuge kaufe; Spezialwerkzeuge (kostenpflichtig) ausleihen,
• Pflichtversicherung für freiwillige Helfer!

Banken setzen den Wert der Eigenleistungen bis zu einer gewissen Höhe als Eigenkapitalersatz in die Finanzierung ein. Mit anderen Worten: Das benötigte Kreditvolumen reduziert sich um die als Eigenkapital anerkannte Muskelhypothek. Zur Ermittlung des Geldwerts der Eigenleistung sieht der Gesetzgeber folgende Regelung vor:

„Der Wert der Selbsthilfe ist mit dem Betrag als Eigenleistung anzuerkennen, der gegenüber den üblichen Kosten der Unternehmerleistung erspart wird“, so lautet es im § 36 Absatz 3 II Wohnungsbaugesetz (WoBauGe). Für jede Tätigkeit, die der Bauherr selbst an seinem Haus ausführt, kann folglich der Arbeitslohn angerechnet werden, den ein Bauunternehmer veranschlagen würde. Achten Sie als Bauherr bei den Verhandlungen mit den Banken darauf, dass bei der Bewertung der Eigenleistung auch tatsächlich der Facharbeiterlohn und nicht der eines Hilfsarbeiters angerechnet wird! Wie viel Zeit der Selbstbauer für die Arbeit braucht, ist dabei völlig irrelevant, es zählt nur der tatsächlich eingesparte Lohn. Der Wertansatz für die Eigenleistung ist übrigens auch für die Ermittlung des Sach- und Beleihungswertes der Immobilie wichtig. Je nach Veranlagung steigen oder sinken die Beleihungsfähigkeit und der Wert des Hauses.

Der «Verband Privater Bauherren« (Berlin) hat einmal an einem Beispiel eines Reihenhauses in der Region München ermittelt, welche Kosten man durch Eigenleistung sparen kann (vgl. Abb.). Weitere Informationen zum »VPB« finden Sie unter der Internetadresse

• www.vpb.de

siehe auch:
- Altimmobilie
- Baumurks
- Baupfusch
- Basel 2
- Eigenheimzulage
- Einsparungen
- Handwerkspfusch
- Heimwerken
- Modernisierung
- Muskelhypothek
- Pfusch am Bau
- QS
- Sanierung
- Schrottimmobilie
- Schwarzarbeit
- Unwissenheit
- Vier-Augen-Prinzip